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Die Frage on3-radio Wer weiß was von mir?

Von Markus Otto Köbnik

Facebook hat unsere Absturzfotos. Amazon kennt unseren Musikgeschmack. Und die Telekom weiß, wo wir wohnen. Langsam dämmert es uns: Wir haben die Kontrolle über unsere Daten verloren. Eine Spurensuche.

Die Frage on3-radio: Wer weiß was von mir?

Am Anfang stand der Coup des Wiener Jura-Studenten Max Schrems. Der verlangte von Facebook die Herausgabe aller über ihn gespeicherten Daten. Mit einer kaum bekannten Klausel in den Geschäftsbedingungen schaffte er es tatsächlich, Facebook zu bezwingen. Seine Beute: ein pdf-Dokument mit 1200 A4-Seiten voll Chatprotokollen, Likes und Fotos. Der Fall kann einen nachdenklich machen. Wie viele Informationen schwirren da draußen eigentlich über jeden von uns herum?

Die Frage // Wer weiß was von mir? - Deine Daten sind da draußen | Bild: BR

Egal was wir heute machen, wir hinterlassen Datenspuren. Google speichert unsere Suchanfragen und Payback unsere Einkäufe. Ein Überblick über die schlimmsten Datensammler und ein beunruhigender Blick in die Zukunft.

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Denn Facebook ist natürlich nicht der einzige Konzern, bei dem wir freiwillig viele Infos über uns hinterlassen. Payback-Karten sammeln unsere Shopping-Gewohnheiten. Google weiß, wofür wir uns interessieren und was uns umtreibt. Zwei Wochen lang habe ich unseren Daten hinterherrecherchiert – immer der Frage nach: "Wer weiß eigentlich was von mir?". Das ganze Sendung – inklusive meiner Antwort auf die Frage - könnt ihr hier nachhören:

Interessiert ihr Euch für einen Aspekt besonders? Dann findet ihr hier nochmal alle Interviews in voller Länge:

Station 1: Die Schufa – die Oldschool-Datenkrake

Sie weiß, wie du heißt. Sie weiß, wo du wohnst. Und sie weiß, wie viele Konten und Kreditkarten du besitzt. Viel mehr Daten hat die Schufa aber nicht. Trotzdem entscheiden die Auskünfte der "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung" darüber, ob man einen Handy-Vertrag oder ein Darlehen bekommt. Deshalb gibt es auch immer wieder Kritik: zu intransparent, zu mächtig - so lauten die Vorwürfe. Was sagt die Schufa dazu? Ein Besuch in der Zentrale in Wiesbaden.

Audio abspielen Besuch bei der Schufa - "Wir haben Daten über 66 Millionen Deutsche" | Bild: Schufa Besuch bei der Schufa "Wir haben Daten über 66 Millionen Deutsche"

Icon_small_word "Wir haben Daten über 66 Millionen Deutsche" Besuch bei der Schufa Ohne Javascript kannst du dieses Element nicht abspielen!

Station 2: Der Mann, über den man alles wusste

Wer weiß was von mir? Christian Heller würde auf diese Frage wahrscheinlich antworten: "Alle wissen fast alles". Denn der Blogger und Buchautor postet in seinem eigenen Wiki öffentlich, was er so den ganzen Tag tut. Wann er aufsteht, wo er seinen Döner kauft, was er liest. Getreu dem Untertitel seines Buchs: "Post Privacy - Prima Leben ohne Privatsphäre". Im Interview erklärt er, warum so ein wenig Striptease im Netz nicht schadet und dass man vor den großen Internet-Suchmaschinen eh kaum etwas geheim halten kann.

Audio abspielen Post-Privacy-Autor Christian Heller - "Aktives Bemühen um Geheimhaltung hat wenig Erfolg" | Bild: Fiona Krakenbuerger Post-Privacy-Autor Christian Heller "Aktives Bemühen um Geheimhaltung hat wenig Erfolg"

Station 3: Suchet – und Google wird Euch finden!

Googelt man den Begriff "Golf", bekommen PS-Freaks Links zu Autohäusern gezeigt. Senioren-Sportler sehen eher Websites von Golfplätzen in der Trefferliste. Solche personalisierten Suchergebnisse und Werbe-Anzeigen zeigen: Google weiß mehr über uns als nur das, was wir ins Suchfenster eintippen. Im Interview versucht Google-Sprecherin Lena Wagner zu beruhigen: Alle Daten seien komplett anonymisiert. Außerdem verrät sie, wann Google eine Gesichtserkennung einführen will.

Audio abspielen Interview // Google-Sprecherin Lena Wagner - "Wir kennen die Person hinter der IP-Adresse nicht" | Bild: picture-alliance/ dpa Interview // Google-Sprecherin Lena Wagner "Wir kennen die Person hinter der IP-Adresse nicht"

Station 4: Vorsicht, die Algorithmen greifen an!

Amazon schlägt uns Bücher vor, Facebook die richtigen Freunde. Dahinter stecken Algorithmen, die uns immer besser berechnen können und uns passende Empfehlungen und Suchergebnisse liefern. Medienwissenschaftlerin Miriam Meckel warnt vor diesem "personalisierten Internet". In ihrem neuen Buch "Next: Erinnerungen an eine Zukunft ohne uns" haben die Maschinen die Macht übernommen. Im Interview spricht Miriam Meckel darüber, wie nah wir dieser Zukunft schon sind.

Audio abspielen Interview // Miriam Meckel über ihr Buch "Next" - "Mit 20 Datenpunkten kann man uns berechnen" | Bild: Sebastian Hänel Interview // Miriam Meckel über ihr Buch "Next" "Mit 20 Datenpunkten kann man uns berechnen"

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