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20.02.2008 Permalink Weiterempfehlen
Bandfoto Vampire Weekend

Bandfoto Vampire Weekend

Nein, keine olle Kamelle vom stark ergrauten Paul Simon, der Mann, der dem Ethnopop mit der Platte "Graceland" einst keinen Gefallen getan hat. Nein, es geht um Vampire Weekend, eine brandneue Combo aus New York: Und wie es sich für New Yorker Indierocker gehört, haben die vier Jungs eine renommierte Uni besucht, sich dort kennen gelernt und schnurstracks eine Band gegründet. Normalerweise kommt dann Garagenrock wie bei den Strokes raus. Aber Vampire Weekend machen Afrobeat mit New Wave. Oder Elektrobeatafro.

Indietronics treffen auf Klassik-Krümel

Bei diesem ersten Hype 2008 haben alle recht: Spiegel-Online und der NME, die bei Vampire Weekend Hand in Hand steil gehen. Genau wie die geschätzten Kollegen des Musikexpress: dort sind sie Album des Monats. Freunde klassischer Musik finden im Debut genauso einen bunten Krümel wie Indietroniknerds. Und wenn die Bridge nach einem barocken Menuett klingt, dann hat man die Vielfalt der Platte endgültig begriffen: Akademisch sind sie, klar. Das aber mit Maß. Euphorisch, dabei trotzdem kontrolliert. Sonnig, aber nie dämlich.

Indie mit anderen Mitteln

Albumcover s.t. von Vampire Weekend

Albumcover "s.t."

Und wir haben es geahnt: World Music Tupfer könnten 2008 das große Ding werden. Aber nur wenn damit die freundlichen Seiten der Globalisierung so un-benetton-mäßig vertont werden wie bei Vampire Weekend. Sozusagen mit dem Fred Perry Polo unterm Kaftan. Dass Sänger Ezra Moenig dabei auch ein wenig wie der frühe Sting klingt – das überhören wir großzügig. Nach Zach Condon und seinem Projekt Beirut sind Vampire Weekend die nächste Band, die Indie mit komplett anderen Mitteln betreiben und anschubsen. Beirut klingt wie ein in Osteuropa ausgesetzter Indienerd. Vampire Weekend klingen dagegen so, als wären sie von Paul Simon und Peter Gabriel in ein Wüstenzelt der Tuareg verschleppt worden. Und genau daher kommt sie also, die erste richtig große musikalische Verheißung des Jahres 2008.