ARD-Themenwoche "Der mobile Mensch" : Die Woidboyz auf den Spuren von Bertha Benz
1888 unternahm die Ehefrau von Carl Benz die erste Fernfahrt in der Geschichte des Benzinautos. Und das ohne Wissen ihres Mannes! Eine rebellische Marketing-Aktion, die den Woidboyz so sehr imponiert, dass sie es auch probieren.
Eigentlich wollen die Woidboyz in ihrer Vierer-Gang ja unter sich bleiben, Mädchen haben schon mal gar keine Chance – bis auf eines: Bertha Benz. Die rebellische Ehefrau von Automobilhersteller Carl Benz wäre, hätte sie nicht längst das Zeitliche gesegnet, ein Teil der Woidboyz, darin sind sich Uli und Andi einig.
1888 unternahm Bertha Benz die erste Fernfahrt in der Geschichte des Benzinautos. Zuvor hatte sie sich ihre Mitgift auszahlen lassen und damit ihren Mann bei der Entwicklung des ersten motorbetriebenen Wagens unterstützt. Technisch ein Erfolg, wollte das Ding Ende des 19. Jahrhunderts trotzdem keiner kaufen. Lieber spannten sich die Menschen Pferde vor ihre Karren. Diese Sturheit wollte Bertha Benz nicht akzeptieren.
Im August 1888 fasste sie einen Entschluss: Sie wollte beweisen, dass das Mobil ein sicheres und verlässliches Fortbewegungsmittel ist. Mit ihren zwei Kindern - und ohne ihren Mann davon zu unterrichten - setzte sie sich hinters Steuer und zuckelte 194 Kilometer von Mannheim nach Pforzheim und retour.
Bertha Benz war nicht nur rebellisch, sondern auch mutig: Die Bremsen ihres Gefährts funktionierten nur mit deutlicher Verzögerung und verschlissen schnell. Bertha ließ die Klötze daher bei einem Schuster mit Leder beschlagen und erfand so ganz nebenbei die Bremsbeläge.
Abenteuerlust, Kreativität und das Pfeifen auf gesellschaftliche Konventionen - diese Tugenden imponieren natürlich den Woidboyz. Um der Grande Dame des Automobils zu huldigen, fahren Uli und Andi im Rahmen der ARD-Themenwoche "Der mobile Mensch" (22.- 27. Mai) die Bertha Benz-Gedächtnisroute nach.
Rebellion on the road
Ursprünglich wollten sich Uli und Andi mit einem eigenhändig gepimpten Tandem-Mofa fortbewegen. TÜV und Versicherung haben ihnen aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Also machen sich die Woidboyz im historischen Gewand auf zwei alten Mofas auf den Weg und beginnen ihren Abenteuer-Trip am 24. Mai am Automobilmuseum in Mannheim. Dort treffen unsere Waldjungen auf Bertha Benz' Urenkelin Jutta, die bestimmt ein paar Tipps für die historische Fahrt parat hat.
Am Mittwoch geht es weiter nach Wiesloch – Home of the erste Tankstelle der Welt. 1888 besorgte sich Bertha Benz dort in einer Apotheke ein Fläschchen Ligroin, Kraftstoff für ihren Wagen. Klappt's mit dem Putzmittel aus der Apotheke, mit dem schon Bertha Benz auf Touren kam?
Während die erste Fernfahrerin der Automobilgeschichte auf ihrer Tour bei Verwandten nächtigte, müssen sich die Woidboyz ihre Unterkunft selbst organisieren. Das heißt: an fremden Türen läuten und auf einen Schlafplatz hoffen. Auf der Suche nach einer Bleibe für die Nacht treffen die Woidboyz Dominik, Zweiradsammler und Mercedes-Liebhaber. Die gemeinsame Leidenschaft verbindet. Ein Hausbesuch der etwas anderen Art.
Letzte Meter auf der historischen Fahrt: Die Woidboyz kommen nach einer Woche auf den Spuren von Bertha Benz in Mannheim an, dem damaligen Ziel der Benzschen Jungfernfahrt. Nicht ohne auf dem Weg auf Überraschungen zu stoßen.




