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Film // Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2 Harry ist am Ende

Von Matthias Leitner

Nach sieben Büchern, etlichen Videospielen und acht Filmen ist der Harry-Potter-Spuk vorbei. Teil 2 der "Heiligtümer des Todes" bietet endlich den ultimativen Endkampf gegen Oberbösewicht Lord Voldemort. Wir sagen adieu.

Szene aus

Die erste Harry-Potter-Verfilmung "Harry Potter und der Stein der Weisen" ist im Jahr 2001 in die Kinos gekommen. Zehn Jahre und insgesamt acht Filme später endet in diesem Sommer das kommerziell erfolgreichste Filmfranchise aller Zeiten. Die Fans der Zauberschüler sind im letzten Jahrzehnt mit Harry Potter (Daniel Radcliffe), seinen Freunden Hermine Granger (Emma Watson) und Ron Weasley (Rupert Grint), gealtert. Gemeinsam mit den Helden wurden gefährliche Schlachten gegen Bösewicht Lord Voldemort (Ralph Fiennes) und seine Schergen geschlagen, gemeinsam wurden treue Freunde ins Grab getragen.

Pure Magie

Wer bisher keinen einzigen Harry-Potter-Film gesehen hat, braucht natürlich gar nicht erst ins Kino zu gehen. Auf die Fangemeinde allerdings warten noch einmal zwei neue Filmstunden mit ihren Helden - und die sind prallvoll mit allem, was J.K. Rowlings Kosmos so erfolgreich gemacht hat: Der ist prall gefüllt mit ehrlicher Freundschaft, Zauberei, Action und liebevollen Details, sowie besiedelt mit Schurken, die auch eine menschliche Seite haben.

In den besten Momenten von "Die Heiligtümer des Todes 2" schafft es Regisseur David Yates, wirkliche Magie zu erzeugen: Die Offenbarung von Severus Snapes (Alan Rickmann) wahren Motiven und Gefühlen ist eine der schönsten und traurigsten Sequenzen der gesamten Reihe. Überhaupt ist in der Rückschau Alan Rickmanns Darstellung des unheimlich-abgründigen Schwarzmagiers eine Meisterleistung und seine Auftritte gehören auch im letzten Teil zu den schimmernd-atemberaubenden Momenten des Films.

Aus und vorbei

Die Handlung setzt unmittelbar an Teil 1 der "Heiligtümer" an, der bereits letztes Jahr im Kino gelaufen ist. Im Mittelpunkt des Finales steht natürlich die Rettung der Welt vor dem fiesen Voldemort. Leider wird der Film immer mehr zu einem einzigen Endkampf, mit mindestens fünf gefühlten Enden. Dadurch geht mit der Zeit die düstere Spannung des ersten Teils verloren. Die Filmemacher verlieren sich in den Schauwerten des Schlachtgetöses und steuern holprig auf die Zielgerade der Geschichte zu.

Um es an dieser Stelle allen Romanlesern zu verraten: Buch und Film haben denselben Schluss. Die Filmemacher wissen nur zu gut, dass die Potter-Community nicht mit sich spaßen lässt und haben den Epilog des Romans mit Mut zur Peinlichkeit verfilmt. Trotz aller Kritik: "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2" ist ein würdiges Finale. Mit dem Abspann stellt sich allerdings eine Frage: Was kommt danach? Alle Potter-Epigonen und potentielle Erben – siehe "Percy Jackson" – sind gescheitert und in naher Zukunft steht nichts am Horizont, das in derselben Qualitäts- und Popularitätsliga mitspielen kann.

"It all ends" steht auf den Plakaten des letzten Harry-Potter-Films. Damit das nicht zu einem schlechten Omen wird, fängt für das produzierende Studio Warner Brothers spätestens jetzt die Suche nach einem Cashcow-Nachfolger an.

Das müsst ihr sehen: Hexen statt Zauberer:

1. "Die Hexen von Eastwick" (1987) – Drei Freundinnen spielen Hobbyhexen und beschwören aus Versehen den Teufel selbst. Den spielt Jack Nicholson, der die Frauenbande aus Cher, Susan Sarandon und Michelle Pfeiffer verführt. Als sie merken, mit wem sie es zu tun haben, beginnen die Freundinnen ihren Kampf gegen den Teufel.

2. "Hexen hexen" (1990) – Die Hexen Englands halten eine Konferenz, denn sie wollen die Kinder dieser Welt eliminieren und dafür einen Plan entwerfen. Doch in den Sitzungssaal eines Hotels hat sich ein Kind geschlichen und dessen Oma ist Hexenexpertin. Humorvoller Fantasyfilm von Kultregisseur Nicolas Roeg.

3. "Hexenjagd" (1996) – Nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Arthur Miller zeigt der Film die verhängnisvolle Dynamik der Hexenprozesse. Eine amerikanische Kleinstadt verfällt im 17. Jahrhundert der religiösen Raserei. In den Hauptrollen glänzen Daniel Day-Lewis und Winona Ryder.


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