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Stromverbauch des Internets Wie grün surfen wir eigentlich?

Von Florian Nöhbauer

Waschmaschine, Kühlschrank, Fernseher – bei diesen Geräten achten wir penibel auf den Stromverbrauch. Nur im Internet surfen wir weiterhin sorglos. Dabei ist gerade das der Energiefresser der Zukunft.

Umwelt, Co2 und Computer

Okay, wir geben zu: Auch wir waren viel im Internet unterwegs, um Fakten zu sammeln, die den Stromverbrauch beim Surfen verdeutlichen.
Eine einzige Suchanfrage bei Google soll so viel Energie verbrauchen wie eine Energiesparlampe benötigt, damit sie eine Stunde lang leuchtet. Sagt jedenfalls Siegfried Behrendt vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin. Genaue Zahlen gibt es nicht – viele Unternehmen äußern sich zu diesem Thema nicht.

Greenpeace hat dieses Jahr zu dem Thema einen Report mit dem Namen "How Dirty Is Your Data" veröffentlicht. Die Zahlen darin sind erschreckend:

Nützliche Erkenntnisse der Studie:

- Jede Sekunde Video anschauen im Internet jagt 0,2 Gramm Kohlendioxid in die Luft.

- Bei zwei Milliarden geklickten Videos auf Youtube täglich macht das 4.000 Tonnen Kohlendioxid am Tag.

- Täglich werden insgesamt über 247 Milliarden Emails versendet. Fast 90 Prozent davon sind Spam-Mails.

- Die nur 44 Millionen Server weltweit produzieren zwei Prozent der weltweiten Kohlendioxidemission. Das ist so viel wie der gesamte, weltweite Flugverkehr.

- Datencenter verbrauchen über 130 Milliarden Kilowatt Strom pro Jahr. Dabei brauchen sie beinahe genauso viel Energie, die Server zu betreiben wie sie zu kühlen.

- Google und Facebook zusammen brauchen heute schon etwa zehn Prozent des weltweiten Serverplatzes.

- Die Datenmenge im Internet verdoppelt sich alle vier Monate.

- Bisher ist aber erst in etwa ein Viertel aller Menschen online.

- Bis 2014 soll sich die Internet-Nutzung vervierfachen.

Das Umdenken hat begonnen

Die Umweltorganisation Greenpeace hat prognostiziert, dass sich der Energieverbrauch des Internets bis zum Jahr 2020 verdreifachen wird - IT-Unternehmen wie google oder apple könnten dann zu den neuen Heizpilzen werden: Energiebilanz negativ. Aber viele Unternehmen wollen nicht als Ökosünder dastehen und versuchen nun CO2 zu sparen, indem sie in regenerative Enrgiequellen investieren. Überraschenderweise ist google, laut Greenpeace, momentan das "grünste" Unternehmen. Der Konzern will in den nächsten Jahren bis zu 30% weniger Kohlenstoffdioxid in die Luft blasen und zieht seinen Strom zum Teil aus regenerativen Energien. Apple und Facebook kommen in der Studie nicht vor – sie haben sich in punkto "green IT" bisher gar nicht hervorgetan.


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