on3-Kinonacht spezial 2011 : Mit dem Beamer-Truck durchs Fünf-Seen-Land
Drei Stunden, zehn Kurzfilme und eine außergewöhnliche Fahrt durch die Nacht: Unsere Filmredaktion hat sich für die on3-Kinonacht spezial vom Fünf-Seen-Filmfestival etwas ganz Besonderes ausgedacht.
Das Team der on3-Kinonacht bereitet den ersten Dreh vor und bringt ein einsames Waldstück zum Leuchten – in Lichtschwert-Grün.
Der Beamer-Truck wird in Position gebracht und der erste Kurzfilm für die Projektion vorbereitet.
Vor einer astreinen Blairwitch-Project-Kulisse führt on3-Moderatorin Sandra Rieß durch die Sendung. Die könnt ihr übrigens vom 05. auf den 06. August im Bayerischen Fernsehen von 01.45-04.45 Uhr sehen.
Nächste Haltestelle für das Team der on3-Kinonacht: Eine Kiesgrube bei Andechs, mitten im Fünf-Seen-Land
Hier projiziert der umgebaute Raketenwerfer den nächsten Kurzfilm auf die über 20 Meter hohe Kieswand.
Danach werden auf dem 12,5 Tonnen schweren ehemaligen Militärfahrzeug die Lichter neu ausgerichtet und...
... der Tank des Stromgenerators aufgefüllt – das Team hat keine Zeit für Pausen, schließlich geht in zwei Stunden die Sonne auf.
15 spezielle Leuchtstäbe tauchen die Landschaft in farbiges Licht – genau die richtige Kulisse für den Beamertruck.
Das Team trifft am letzten Drehort ein: Die Erdfunkstelle in Raisting. Eine knappe Stunde bleibt dem Team noch, bevor die Sonne aufgeht.
Mission erfolgreich: Die letzte Moderation der on3-Kinonacht ist kurz vor der Morgendämmerung im Kasten.
Mit einem umgebauten Gelände-Truck, der mit Beamern bestückt ist, fahren Moderatorin Sandra Rieß und ihr Team durch die Nacht. Dabei projizieren sie Ausschnitte aus den neuesten Kurzfilmproduktionen des Festivals in die Landschaft. Anlässlich des Fünf-Seen-Filmfestivals gab es eine on3-Kinonacht spezial. Darin haben wir die besten und außergewöhnlichsten Kurzfilme des Festivals gezeigt. Hier findet ihr die Infos zu den Filmen.
"Dürä" von Quinn Reimann und Rolf Lang
Der manisch-depressive Michael hat nur ein Ziel: Er will raus aus der Psychiatrie. Mit seinen Kollegen Mani und Dani plant er den Ausbruch. 29 Minuten lang geben die Regisseure einen Einblick in das Leben in einer Irrenanstalt. Ihr Abschlussfilm von der Züricher Hochschule der Künste wurde beim renommierten Filmfestival in Locarno lobend erwähnt und wird auf vielen weiteren Festivals in diesem Jahr gezeigt.
"Yuri Lennons Landing on Alpha 46" von Anthony Vouardoux
Astronaut Yuri Lennon ist unterwegs zum Mond des Jupiters. Auf Alpha 46 soll er die Quelle seltsamer Signale erkunden. Doch plötzlich hält er das Schicksal der Erde in seiner Hand. Durch die ungewöhnliche Kameraführung verfolgt der Zuschauer während des gesamten Films die subjektive Sicht des Astronauten. Mit dem Weltall-Drama gewann der französische Regisseur bereits etliche Preise.
"Armadingen" von Philipp Käßbohrer
Walter und Helga sind seit etlichen Jahren verheiratet und leben auf ihrem Bauernhof in Norddeutschland nur noch nebeneinander her. Zu sagen haben sie sich nichts - bis Walter eines Tages vom bevorstehenden Untergang der Welt erfährt. Witzig und einfühlsam illustriert der Kölner Regisseur 23 Minuten lang die verzweifelten Versuche des alten Mannes, seiner Frau das Ende der Welt zu verheimlichen.
"Ronaldo" von Jan Mettler
In sechs Minuten erzählt Jan Mettler die Geschichte eines kleinen Jungen, der in einer tristen Plattenbausiedlung aufwächst. Seine große Leidenschaft ist Fußball. Doch er findet keine Spielkameraden - außer einer alten Schaukel. Ohne Worte setzt der 26-Jährige in seinem zweiten Kurzfilm eindrucksvoll die Gefühle des Jungen in Szene. Mit seiner Abschlussarbeit an der Kunsthochschule Zürich räumte er viele Preise ab.
"Two friendly Ghosts" von Parker Ellerman
James Dean trifft auf Donald Turnupseed - den Unglücksfahrer, der dem Hollywoodstar die Vorfahrt nahm. An den Folgen des Unfalls starb Dean 1955. Regisseur Parker Ellerman inszeniert eine Begegnung der beiden. Seinen sechsminütigen Kurzfilm hat er bereits auf vielen Festivals gezeigt, unter anderem in Moskau, Shanghai und Genf. Auf dem Lancaster Area Filmfestival in den USA gewann das einfühlsame Drama in der Kategorie "Bester Kurzfilm".
"Spaß mit Hase" von Judith Zdesar
Um seinen Freund Chris zu beeindrucken, inszeniert der 14-jährige Johnny gefälschte Gewaltvideos. Sein kleiner Bruder Benni spielt im rosa Hasenkostüm die Hauptrolle - so lange, bis aus dem Spaß bitterer Ernst wird. Das 20-minütige Drama der österreichischen Regisseurin Judith Zdesar thematisiert die tragischen Auswirkungen des "Happy Slapping", einer Mutprobe unter Jugendlichen.
"Leave without Running" von Jürgen Tonkel
Der Versicherungsbeamte Frank hat Stress: erst im Büro, dann mit seiner Frau. Bei dem verzweifelten Versuch, es allen Recht zu machen, findet er sich plötzlich als Musiker in einer Bar wieder - und das, obwohl er eigentlich gar kein Instrument spielen kann. Seltsamerweise wartet das Publikum allein auf seinen Auftritt. Das Regiedebüt des deutschen Schauspielers Jürgen Tonkel gewann beim Filmfestival Shanghai den Special Jury Award.
"Bam Tchak" von Marie-Elsa Sgualdo
In 16 Minuten schildert Marie-Elsa Sgualdo das Dilemma einer jungen Mutter: Ihre Tochter hat Geburtstag, doch Laetitia ist in Gedanken bei ihrem untreuen Ehemann. Ihre Freundin will dies bei einem Skiausflug nicht länger mit ansehen und überredet Laetitia zu einer spontanen Racheaktion. Der Film der 24-jährigen Filmemacherin von der Genfer Kunsthochschule wurde auf den Schweizer Jugendfilmtagen prämiert.
"Blüh im Glanze" von Korbinian Wandinger
Der junge, türkische Geschichtslehrer Kemal trifft mit der Begeisterung für sein Fach bei seinen Schülern nur auf taube Ohren. Und in der Mittagspause feindet ihn auch noch der Besitzer einer Currywurstbude an. Da reicht es Kemal. Er beschließt, dem Rassisten eins auszuwischen. Der 15-Minüter des Münchner Regisseurs Korbinian Wandinger lief 2010 im Wettbewerb des Fünf-Seen-Filmfestivals.
"Zwei Zimmer, Balkon" von Enno Reese
Tom lebt gerne in den Tag hinein. Das nervt seine pragmatische Freundin Kathrin. Sie stellt ihm ein Ultimatum: Falls Tom nicht bald mit ihr zusammen zieht, trennt sie sich von ihm. Auf der Suche nach der perfekten Wohnung in München trifft Tom auf die Kellnerin Nola - und hat damit plötzlich ganz andere Probleme. Der 30-Minüter wurde auf dem Fünf-Seen-Filmfestival 2010 als bester Kurzfilm ausgezeichnet.
