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Film // "The Future" Alles möglich, doch nichts gelebt

Von Matthias Leitner

Regisseurin und Hauptdarstellerin Miranda July lässt in ihrem neuen Film "The Future" nichts aus: Sogar Katzenpfoten beginnen zu sprechen, während einem Hipster-Pärchen das Leben davon läuft.

Miranda July, The Future

Sie wissen nichts mit sich anzufangen: Das Paar Sophie (Miranda July) und Jason (Hamish Linklater) geht auf die Vierzig zu und muss feststellen: Entweder jetzt oder nie, sonst ist das Leben endgültig weggelaufen. Deswegen wollen die beiden eine Katze adoptieren und zwar eine, die nicht mehr allzu lange lebt – denn Verantwortung übernehmen, das können die Tanzlehrerin ohne Talent und der Hotline-Helfer ohne Antrieb nicht. Als sich dann herausstellt, dass die Katze wesentlich länger leben könnte als angenommen, gerät die Welt der beiden Wohnzimmer-Hippster vollends aus den Fugen.

Kindchenschema und Kuriositäten

Schon "Ich und du und alle die wir kennen", der Kino-Erstling von Miranda July, war für viele Zuschauer und Kritiker eine Herausforderung. Mit "The Future" geht July noch einen Schritt weiter und erzählt aus dem inhaltsleeren Leben zweier Langweiler mit Freigeist- und Künstlerattitüde.

Was fangen wir an mit einer Filmemacherin, deren Humor und Schauspiel konsequent das Kindchenschema bedient und deren Filme weniger durch eine ausgefuchste Dramaturgie glänzen als mit der Spannungskurve eines Kuriositätenkabinetts für arty-farty Spießbürger des 21. Jahrhunderts?

Audio abspielen Interview // Miranda July "Eine Katze kann vieles sein"

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Drollig oder belanglos?

Kurz gesagt: Wer Miranda July nicht bereits in den ersten Filmsekunden ins Herz geschlossen hat, der sollte schleunigst aus "The Future" flüchten. Alle anderen werden von July immer wieder überrascht werden mit poetischen kleinen Revuen. Da tanzt sie dann als Sophie lächerlich eingeschnürt in ihren Schlafanzug im Haus ihres Seitensprungs, oder die Adoptivkatze-PowWow wird kurzerhand zum Erzähler der Geschichte – flauschige Katzenpfoten inklusive.

July ist eine Künstlerin, die polarisiert mit allem, was sie macht - sei es mit ihren Büchern, Netzprojekten oder eben ihren Filmen. Auch dadurch, dass sie sich selbst immer wieder als das außerirdischste und drolligste Independent-Frauenzimmer der Welt inszeniert – eine Rolle, die ihr steht, und mit der sie viel Freude bereiten kann.

Das müsst ihr sehen: die wunderbare Welt der Miranda July

1. "Ich und du und alle die wir kennen" (2005): Ein Schuhverkäufer im Liebeskummer, eine Altenpflegerin mit Liebessehnsucht und mittendrin ein Goldfisch kurz vor dem Tod. Miranda July hat mit ihrem Erstling einen der liebevollsten Filme der letzten zehn Jahre geschaffen.

2. "The Swim Team" (2009: Das Drehbuch entstand nach einer Kurgeschichte von Miranda July, der Kurzfilm erzählt von einer außergewöhnlichen Schwimmtruppe: drei Rentnern, die von einem Film-Wiedergänger Julys gecoacht werden.

3. "I`m Here" (2010): Im Abspann dieses Kurzfilms lässt Regisseur Spike Jonze seiner guten Freundin Miranda July ein besonderes Dankeschön zukommen. Kein Wunder: Sein Kurzfilm über zwei verliebte Roboter hätte auch von July selbst stammen können.


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