Spielwiese on3-radio : Bad Taste schmeckt besser
Von Ralph GlanderLiterweise Kunstblut, stöhnende Pappmonster, eingeölte Muskelprotze: Willkommen in der Welt der Trashkultur. Ob Film, Theater oder Videospiel – Trash wird ordentlich gefeiert. Die Spielwiese feiert mit und sagt: Bad Taste ist Pop!
Schlechter Geschmack kennt keine Grenzen, aber er hat durchaus auch Konzept. Vieles, das gestern noch unter dem Label B-Movie oder Bad Taste lief, ist heute schon im Mainstream angekommen. Und viele finden Gefallen daran, Schlechtes aus vollem Herzen richtig gut zu finden. Im Kino reißt die Welle an Remakes von einst verstörenden Trashfilmen nicht ab, auf den Theaterbühnen schocken nackte Haut und Kunstblut auch nicht mehr und irgendwie war jeder schon mal auf einer 90er-Jahre-Party.
Vom Trash-Pionier zum Mainstream
Filmemacher Thilo Gosejohann ist ein Pionier der Bad-Taste-Bewegung. Mit seinen Trashfilmen "Captain Cosmotic" und "Operation Dance Sensation" hat er es in den Mainstream geschafft. Und das alles, weil er früher einfach kein Geld hatte.
Aliens in Niederbayern
Zombies gibt es auch in Niederbayern.
Der Titel spricht Bände. "Zombies From Outer Space" - kurz ZFOU - lebt von viel Nebel, bedrohlichem Licht und bösen Aliens und wurde in einem kleinen Dorf bei Landshut gedreht.
Solche Szenen waren ein Traum für die Filmemacher, aber eine Qual für die Darsteller. Bei den Dreharbeiten lagen die Temperaturen bei null Grad, und unter der Maske bekommt man kaum Luft.
UFOs vor der malerischen Kulisse Bayerns. Wer hätte das gedacht. Gegensätze ziehen sich oft an.
Diese Einstellung wurde im Obstgarten der Eltern des Regisseurs als Vor-Dreh gefilmt, als erster Test für die weiteren Dreharbeiten.
Einige der Opfer-Darsteller mussten die ganze Nacht kreischen. Die Anwohner haben gelassen reagiert. So viel passiert ja sonst nicht in dem niederbayerischen Dorf.
Der Film spielt in den 50ziger Jahren. Dafür brauchte man viele Freiwillige, die Autos, Kostüme und Requisiten zur Verfügung stellten.
Eine der aufwändigesten Szenen im Film: Eine schwierige Kamera-Kranfahrt kombiniert mit einem Bluteffekt während eines Sonnenuntergangs, der schnell vorbei ist. Und es hat geklappt.
Aus der Sicht eines UFOs sieht die Welt ganz anders aus. Mutige Soldaten kämpfen gegen die außerirdische Bedrohung.
Grün ist die bestimmende Farbe im Film - auch bei der Alien-Autopsie. Die Alien-Darsteller lagen oft stundenlang auf einem eiskalten Autopsie-Tisch. Das Geisterhaus, in dem gedreht wurde, wollte aus unerklärlichen Gründen nicht warm werden.
Weitere Alienzombies, die Jagd auf bayrische Bürger machen. Obwohl die Dreharbeiten zu dieser Szene im Frühsommer statt fanden, war es auch hier saukalt. Mit genug Kaffee konnte man die Nacht aber warm und munter durchstehen.
Der Darsteller kurz vor Drehstart einer Szene. Er mußte mehrmals mit voller Kraft schreien. Die Leute aus dem Dorf haben heute noch seine Stimme im Kopf.
Für den Showdown wurde ein aufwändiges UFO-Labor nachgebaut. Dafür kamen knappe 30 Computer-Monitore zum Einsatz, sowie alles an Metallschrott, was man finden konnte.
Martin Faltermeier und Sebastian Schmidt aus Landshut sind dagegen noch nicht im Mainstream angekommen. Potential wäre aber vorhanden: Mit "Zombies from Outer Space" haben sie den ersten Sci-Fi-Splatter-Zombie-Film vor kitschiger Heimatkulisse abgedreht.
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