Best of 2011 // Kino & Serien : Ein Jahr voller Zombies und Vampire
Von Matthias LeitnerEs war ein Jahr voller Weltuntergang, Zombies, Vampiren, noch mehr Weltuntergang mit doppelten Planeten. Außerdem wird die Filmwelt durch Gamification und Crowdfunding verändert. Unser Rückblick aufs Film- und Serienjahr 2011.
Zombies gibt es auch in Niederbayern.
Der Titel spricht Bände. "Zombies From Outer Space" - kurz ZFOU - lebt von viel Nebel, bedrohlichem Licht und bösen Aliens und wurde in einem kleinen Dorf bei Landshut gedreht.
Solche Szenen waren ein Traum für die Filmemacher, aber eine Qual für die Darsteller. Bei den Dreharbeiten lagen die Temperaturen bei null Grad, und unter der Maske bekommt man kaum Luft.
UFOs vor der malerischen Kulisse Bayerns. Wer hätte das gedacht. Gegensätze ziehen sich oft an.
Diese Einstellung wurde im Obstgarten der Eltern des Regisseurs als Vor-Dreh gefilmt, als erster Test für die weiteren Dreharbeiten.
Einige der Opfer-Darsteller mussten die ganze Nacht kreischen. Die Anwohner haben gelassen reagiert. So viel passiert ja sonst nicht in dem niederbayerischen Dorf.
Der Film spielt in den 50ziger Jahren. Dafür brauchte man viele Freiwillige, die Autos, Kostüme und Requisiten zur Verfügung stellten.
Eine der aufwändigesten Szenen im Film: Eine schwierige Kamera-Kranfahrt kombiniert mit einem Bluteffekt während eines Sonnenuntergangs, der schnell vorbei ist. Und es hat geklappt.
Aus der Sicht eines UFOs sieht die Welt ganz anders aus. Mutige Soldaten kämpfen gegen die außerirdische Bedrohung.
Grün ist die bestimmende Farbe im Film - auch bei der Alien-Autopsie. Die Alien-Darsteller lagen oft stundenlang auf einem eiskalten Autopsie-Tisch. Das Geisterhaus, in dem gedreht wurde, wollte aus unerklärlichen Gründen nicht warm werden.
Weitere Alienzombies, die Jagd auf bayrische Bürger machen. Obwohl die Dreharbeiten zu dieser Szene im Frühsommer statt fanden, war es auch hier saukalt. Mit genug Kaffee konnte man die Nacht aber warm und munter durchstehen.
Der Darsteller kurz vor Drehstart einer Szene. Er mußte mehrmals mit voller Kraft schreien. Die Leute aus dem Dorf haben heute noch seine Stimme im Kopf.
Für den Showdown wurde ein aufwändiges UFO-Labor nachgebaut. Dafür kamen knappe 30 Computer-Monitore zum Einsatz, sowie alles an Metallschrott, was man finden konnte.
Zombie-Alarm auch in Niederbayern: Die beiden Filmemacher Martin Faltermeier und Sebastian Schmidt aus Landshut haben mit "Zombies From Outer Space" den ersten Sci-Fi-Splatter-Zombie-Film vor heimatlicher Kulisse gedreht.
Film im Jahr 2011. Das ist definitiv das Jahr der Apokalypse. Außerirdische, die die Welt zerstören, wie in "World Invasion: Battle Los Angeles", in "Hell" lässt die Sonne alles Leben auf der Erde verbrutzeln. Allen voran aber hat uns Lars von Trier ins Verderben gestürzt. Erst hat er sich mit seinen dummen Nazi-Witzeleien auf dem Festival in Cannes zur Persona non grata gemacht, dann ist sein trauriger Planet "Melancholia" auf die Erde gestürzt. Es bleibt großes Kino.
Ein spannendes Projekt ist "Hotel Desire". 40 Minuten lang, 170.000 Euro teuer - es ist der erste Film dieser Größenordnung in Deutschland, der über Crowdfunding finanziert wurde. Private Unterstützer und einige Sponsoren sind dem Aufruf von Regisseur Sergej Moya im Netz gefolgt und haben ihn finanziell unterstützt. Anfang Dezember war Premiere in Berlin. Regisseur Moya nennt sein Werk selbst einen "porNeografischen Film".
Gamification bedeutet, dass für die Realität Mechanismen aus der Gamessphäre angewendet werden. Regisseure drehen immer öfter Filme in den digitalen Welten von "World of Warcraft" oder auch in "Second Life". In Forschungsprojekten wie Gamescast TV wird an Tools gearbeitet, die das Filmemachen in Gameswelten einfacher machen sollen. Regisseur Daniel Moshel hat den Dokumentarfilm "Login 2 Life" gedreht. Darin begleitet er Menschen, die vor allem in virtuellen Welten leben. Wir wollten von ihm wissen, ob man tatsächlich ein zweites, digitales Leben haben kann?
Einer der besten Indie-Filme des Jahres ist "Another Earth". Er hat mindestens so viele Preise eingeheimst wie Lars von Triers "Melancholia" und ist genauso melancholisch und abgründig.
Treffpunkt Wohnzimmer-Couch: Viele Serien haben in diesem Jahr das Märchenpersonal à la Gebrüder Grimm aktiviert und alte Goth-Horrorstories ausgegraben. Die wichtigsten Märchen-Grusel-Serien im Überblick:
Einer unser spannendesten Gesprächspartner zum Thema Film war in diesem Jahr Sebastian Schipper. Der Schauspieler und Regisseur ("Absolute Giganten") ist ein Kino-Enthusiast, steht derzeit als König Ludwig vor der Kamera und war 2011 Jury-Präsident des Internationalen Festivals der Filmhochschulen in München.



