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Ökostrom aus München Energie ohne Risiken und Nebenwirkungen

Von Karl Weidenbeck

Für die einen ist es ein Start-Up unter vielen, für die anderen der konsequenteste Öko-Energielieferant der Republik: Flo, Jakob und Simon von Polarstern aus München zeigen ganz klar Eigeninitiative in Sachen Klimaschutz.

Polarstern

Im Sommer 2011 geht es los: Der Atomausstieg ist beschlossene Sache, alternative Energien und Ökostrom sind plötzlich gefragter denn je. In dieser Situation starten Jakob, Flo und Simon ihre Firma, die Polarstern GmbH. Neu am Markt, setzen die drei gleich neue Maßstäbe, was ungefährliche, klimaneutrale Energie angeht: Während andere Öko-Energieanbieter einen Bioanteil von fünf bis zehn Prozent anbieten, garantiert Polarstern 100 Prozent. Das Gas zum Beispiel produziert eine Zuckerfabrik im ungarischen Kaposvár. Sie wandelt ihren Biomüll direkt am Fabrikstandort in Energie um.

"Wir sind über die Landesgrenzen hinausgegangen, weil in Deutschland schon viele Stoffkreisläufe geschlossen sind", erklärt Polarstern-Mitgründer Florian Henle. Nach demselben Prinzip kann man über Polarstern Strom aus österreichischen Wasserkraftwerken beziehen.

Entwicklungshilfe für globale Energiewende

Von Polarstern unterstützte Familie in Kambodscha

Von Polarstern unterstützte Familie in Kambodscha

Doch die internationale Ausrichtung des Unternehmens endet längst nicht an den europäischen Grenzen. Weil Energie ein globales Problem ist, orientiert sich Polarstern nach Südostasien und investiert derzeit in ein Entwicklungshilfeprojekt, das kambodschanische Bauern im Bau kleiner Biogasanlagen unterrichtet.

Das Projekt ist vielfältig angelegt: "Es geht hier nicht nur um erneuerbare Energien. Es geht um Hygiene und Gesundheit, weil organische Abfälle sauber verwertet werden. Es geht um Bildung und Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen." In Zukunft soll es noch mehr Support geben: "Wir haben vor, in Laos und Nepal ähnliche Projekte zu starten", kündigt Henle an. Darüber hinaus werden auch hierzulande erneuerbare Energien gefördert: "1,25 Cent je Kilowattstunde beim Strom beziehungsweise 0,25 Cent beim Gas fließen direkt in den Ausbau erneuerbarer Energien", verspricht Henle.

Stromversorgung als Lifestyle

Polarstern

Die drei Gründer von Polarstern: Jakob Assmann, Flo Henle, Simon Stadler

Bei so viel uneigennützigem Engagement fragt man sich, was die Motivation der drei Jungunternehmer ist, die sich mit vollem Elan für den Umweltschutz ins Zeug legen, anstatt ihre Hochschulabschlüsse bei lukrativeren Jobs einzubringen.

"Wir sind alle top ausgebildet und könnten bei Unternehmensberatungen oder im Investment-Banking tätig sein, wie viele unserer Freunde", meint Henle. "Klar wollen wir auch Geld verdienen. Aber wir haben hier eine soziale Rendite. Energie hat einen enormen Stellenwert, aber das Interesse ist sehr gering. Mit bewusstem Bezug sauberer Energie kann jeder Einzelne viel bewirken. Aber die Leute haben Angst vor Veränderung. Deshalb muss man sie abholen und ihnen zeigen, wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen. Deshalb wollen wir Energie zu einem Lifestyle-Produkt machen - weil wir glauben, dass wir eine Bewegung starten können, wenn wir es schaffen, die Verbraucher direkt anzusprechen."

Unterstützt wird die Polarstern-Community dabei unter anderem von Gomma Records. Auch Snowboard-Pro David Benedek und Bergsteigerlegende Hans Kammerlander sind an Bord. Zwei Extremsportler, die sich allein schon aufgrund ihrer Berufe für Umweltschutz stark machen. Mit den Polarstern-Machern eint sie die Überzeugung, dass nachhaltige Energiewirtschaft das Fundament dafür ist, dass Bergsteiger, Snowboarder und alle anderen auch in Zukunft in den Genuss einer lebenswerten Umwelt kommen.

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