Wenn Karl Lagerfeld sagt: Die Band mag ich, dann muss das nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal sein. Obwohl our very own Modezar ja sogar schon eine Compilation mit Musik von den Pipettes bis LCD Soundsystem herausgebracht hat, hat man bei ihm doch eher das Gefühl - was gerade hip und recht hübsch anzuschauen ist, das gefällt dem Karl (und seinen Imageberatern). Im Falle der Pariser New-Wave-Band Neimo könnte das wieder so sein. Ein gewisses optisches Starpotential kann man den vier Franzosen nämlich nicht absprechen. Bei Neimo spricht aber auch die Musik für sich.

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Très chic et très francais - die Pariser Band Neimo
Klisché-französisch klingt an Neimo eher wenig. Ihr verrotzter Garagensound hat andere Vorbilder als Chanson und French Pop. The Strokes, The Rakes, Velvet Underground oder auch The Jam könnte man als Referenzen für ihren New-Wave-Punk-Pop nennen. Als Produzent haben sich Neimo für ihr zweites Album Alan Moulder an Bord geholt, der schon für die Arctic Monkeys und die Smashing Pumpkins die Rädchen gedreht hat. Zusammen haben sie mit "Moderne Incidental" eine Platte hingelegt, die so schrammelig und up-to-date klingt, dass es fast schwer fällt, sie von den anderen Lederjacken-Bands der Stunde zu unterscheiden. Und das ist gar nicht negativ gemeint.
Dann kommt aber eben doch wieder der Hipness-Faktor ins Spiel: Wer nämlich auf der Lagerfeld-Modenschau gespielt wird und wie Sänger Bruno Sprüche klopft - "Auf die Bühne gehen, sich besaufen, das Mädchen kriegen, das ist Rock n' Roll" - der ist in der Regel schon mal vorne mit dabei. Was Neimo aus diesem Vorsprung machen, wird sich zeigen.
