Ruhmeshalle : Fehlfarben - Monarchie und Alltag
Niemals zuvor hat eine deutsche Band ihr Anliegen so dringend gemacht wie Fehlfarben auf "Monarchie und Alltag". Und selten war eine Platte mit so viel Punk so Pop. Geschichte wurde gemacht.
Wir tanzten bis zum Ende zum Herzschlag der besten Musik. Fehlfarben und ihr Song: "Das war vor Jahren", 1980 singen sie das, am Beginn des Jahrzehnts, was wie kein anderes für Materialismus und Oberflächenglanz steht. Und das Album "Monarchie und Alltag" ist nicht nur deswegen Deutschlands Goldene Schallplatte, weil mittlerweile weit über 250.000 Menschen dieses Album gekauft haben. Man möchte jeden Einzelnen dieser 250.000 Musikenthusiasten per Handschlag zum Kauf dieser Platte gratulieren. Die Fehlfarben im "Hier und Jetzt", und dann kam der Schritt zum Majorlabel.
Niemals zuvor hat eine deutsche Band ihr Anliegen so dringend gemacht, so unaufschiebbar, so jetzt und sofort. Und selten war eine Platte mit so viel Punk so Pop wie Monarchie und Alltag. So Pop, dass der Hit "Es geht voran" 1980 in allen Tanzschulen lief. So Pop, dass man heute noch jede Zeile dieses Album auswendig aus vollem Halse mitschreien möchte. "Die zweite Hälfte des Himmels könnt Ihr haben" singt Peter Hein scheinbar kompromissbereit. "Das Hier und das Jetzt, das behalte ich."
Als erste NDW-Band zum Major

Bild: EMI
Eine der besten deutschen Rockplatten aller Zeiten: Monarchie und Alltag
Die Urbesetzung von Fehlfarben hatte den besten deutschen Texter für lange, lange Zeit, hatte Peter Hein am Mikro, Chic-Fan Thomas Schwebel an der Gitarre, den DAF-Bassisten Michael Kemner, Uwe Bauer am Schlagwerk und Frank Fenstermacher von "Der Plan" am Saxofon. Und sehr bald die erste Single und alle zukünftigen Rechte an die EMI verkauft. Fehlfarben waren damit die erste Band der Neuen Deutschen Welle, die den Schritt zum Major riskierten.
Bereits im Oktober 1980 stand das Album in den Läden, großartig besprochen vom New Musical Express und anderen englischen Magazinen. Obwohl keiner der englischen Journalisten je nur einen Fuß in den Ratinger Hof in Düsseldorf gesetzt hatte, dem Epizentrum der deutschen Punkszene in den frühen 80ern und Schauplatz von "Paul ist tot," dem epischsten aller Fehlfarben-Songs.
"Paul ist tot", ausgespielt sieben Minuten und 56 Sekunden lang. Ein freier Radikaler, der alle gängigen Pop-, Punk- und NDW-Formate gesprengt hat. Trotzdem schoss Fehlfarbens "Monarchie und Alltag" auf Platz 37 der deutschen Album-Charts. Im Februar 1981 waren alle Planungen für die erste große Deutschlandtournee abgeschlossen, da verließen Frank Fenstermacher und Peter Hein die Band. Hein, Sturkopf und Freigeist sondersgleichen, hatte plötzlich Skrupel, in einer derart gehypten Band den Bühnenkaspar abzugeben. "Monarchie und Alltag" wird allen deutschtextenden Bands von den Fotos bis Ja Panik Vorbild und Meilenstein bleiben.
