Vorgestellt // The Dope : Modest Mussorgsky vs. Modest Mouse
Schlagzeugdresche, Wall of Sound und große Melodien: Die Landshuter The Dope versuchen, Klassik und Indie zusammenzudenken.
The Dope aus Landshut sagen: Wir bewegen uns im Spannungsfeld zwischen Modest Mussorgsky und Modest Mouse. Also zwischen russischer Klassik und amerikanischem Indie. Und auch wenn der Vergleich wohl nur halb ernst gemeint ist, steckt da auch ein Körnchen Wahrheit drin. Denn die Musik von Rudi Maier und Franz Neugebauer wirkt oft opulent wie eine Oper und gleichzeitig schräg und kantig, wie ein Konzert der frühen Modest Mouse.
Bayerischer Schlauberger-Indie
Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Verkopft und überkandidelt wirkt die Musik von The Dope nicht. Also kein übermotiviertes Klangexperiment, sondern bayerischer Schlauberger-Indie, der die Jungs mit den dicken Hornbrillen genauso begeistert wie die Mädchen, die unterm Apfelbaum Gedichte schreiben.
Besonders beeindruckend ist bei The Dope, dass die Band ausschließlich aus zwei Mitgliedern besteht. Franz Neugebauer, der teilweise auf sein Schlagzeug eindrischt, als gäbe es kein Morgen, und Rudi Maier, der Gitarre spielt und singt, kreischt, flüstert oder brüllt. Enorm, was vier Hände und zwei Stimmen alles leisten können! Man versucht sich bei ihren Songs immer vorzustellen, wie The Dope wohl live klingen, wie die beiden so viel Sound auf die Bühne wuchten.
Im Oktober 2010 haben The Dope ihr zweites Album rausgebracht: "Into The Woods" hat viele Vorbilder.
Der anfangs erklärte Einfluss von Modest Mouse greift eigentlich zu kurz: Manisch stampfende Songstrukturen erinnern an Wolf Parade, die gequälte Stimmlage von Sänger Rudi Maier erinnert an die Omaha-Jünger Tim Kasher und Conor Oberst, als die sich noch nicht ihrem poppigen Spätwerk gewidmet hatten.
Für das komplexeste und interessanteste Stück auf "Into The Woods", den Song "Synapses Connect", haben The Dope noch einen Cellisten in ihr Zweiergespann geholt. Klassik trifft Indie. Naja, nicht ganz, aber vielleicht müsste man einfach mal die Probe aufs Exempel machen: Ob Modest Mussorgsky und Modest Mouse wirklich zusammenfinden.


