Vorgestellt // The Pains Of Being Pure At Heart : Die Ramones im Anorak
Von Michael BartlewskiDer Sänger und Gitarrist Kip Bernman sagt: "Wir bleiben wohl ewig Teenager." Deswegen vermischt die New Yorker Band The Pains Of Being Pure At Heart in ihre Musik auch die großen Zutaten des Pop: Liebe, nuklearer Herzschmerz, Einsamkeit und Rebellion.
"The Pains of Being Pure At Heart" sind ganz schön dreist - allein der Bandname: das schmerzvolle Los eines reinen Herzens. Oscar Wilde hätte das Drama Jugend nicht besser auf den Punkt bringen können. Und dann diese Songs. Die klingen nach Weinkrämpfen im Supermarkt, nach zittrigem Händchenhalten im Schulbus oder nach Sandburgen im Sommerurlaub.
Der Sänger und Gitarrist Kip Bernman sagt: "Ich schätze, wir bleiben ewig Teenager." Deswegen ist ihre Musik auch voller Gefühle, mit den großen Zutaten und Zitaten des Pop: viel Liebe, nuklearer Herzschmerz, sich in Städten alleine fühlen, Rebellion, nichts zu tun haben - und das die ganze Zeit.
Ganz im Stil des C86-Pop
Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum haben die New Yorker vor zwei Jahren nicht nur für ziemlich viel Aufregung gesorgt, sie haben sogar ein kleines Revival für Indie-Pop aus den 80ern angezettelt, dem sogenannten C86-Pop, eine Compilation auf Kassette, die 1986 veröffentlicht wurde. Wunderschöne Melodien mit Schrammelgitarre, Girl/Boy-Gesängen, leicht hallig, leicht vernuschelt, leicht Lo-Fi und vielen Feedback-Schleifen - veröffentlicht zu einer Zeit, in der Indie noch Haltung und keine Musikrichtung war. Die Bands hießen The Pastels, The Wedding Present oder The Vaselines - sie waren unschuldig und in ihrer DIY-Manier radikal zugleich. Ihr Ethos war Punk, die Musik passte eher zu einem Picknick.
Ihr zweites Album "Belong" wurde nun von Produzentensuperstar Alain Moulder veredelt. Moulder hat auch schon bei wichtigen Alben der Smashing Pumpkins und Nine Inch Nails seine Finger mit im Spiel gehabt, und er tut auch den Pains of Being Pure at Heart gut. Sie klingen inzwischen weniger verspielt, mächtiger, eindeutiger – als wüssten sie erst jetzt richtig, was sie wollen.
Von der Geburtstagsparty auf die Bühnen der Welt
Eigentlich wollten sie ja nur einmal spielen, auf der Geburtstagsparty von Keyboarderin Peggy. Das Ziel: fünf Songs mit vier Akkorden in 10 Minuten. Inzwischen touren sie auf der ganzen Welt und sind gut befreundet mit anderen Brooklyner Helden – wie den Vivian Girls oder Chrystal Stilts. Dabei beweisen sie ganz nebenbei, wie man die Vergangenheit ins Hier und Heute zerrt.

