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01.04.2011 Permalink Weiterempfehlen

Festival ABC // I-L International bis Luftgitarren-Heroes

Internationales Flair oder internationale Festivals? I (wie international) muss sein! Und bei all den internationalen Künstlern darf natürlich J (wie Joint) nicht fehlen.

Festival ABC

I wie International

Klar sind Festivals international. Zuerst einmal natürlich die Musiker themselves, die aus aller Welt zu den Open Airs anreisen. Dann das Publikum. Und die tollsten Geschichten bringen wir von den großen internationalen Festivals dieser Hemisphäre mit. Von feuchten spanischen Zungenküssen vor malerischer Strandkulisse auf dem Benicàssim Festival, wilden Schlammschlachten beim Glastonbury oder wodka-durchtränkten Ravenächten beim Kazantip am Schwarzen Meer. Wer sich da allein daheim in sein gutes deutsches Kämmerlein einsperrt, ist selbst schuld.

J wie Joint

Das klassische Klischee sieht so aus: Rastafaris stehen mit riesigem Joint in den Mundwinkeln auf der Bühne und singen über das in Deutschland verbotene Heilkraut. Für die konsumwillige Festivalgemeinde ist das öffentliche Rauchen des Joints aber nicht immer so entspannt. Vor allem nicht mit dem bayerischen Überwachungsapparat vorm Latz. Da haben es die Bühnenkünstler on stage mit dem Fast-alles-Dürfen-Musikerbonus schon einfacher. Und wenn nicht on stage, dann eben Backstage.

K wie Klimaschutz

Festivals sind Klimakiller. Sie verbrauchen so viel Strom wie eine mittlere Kleinstadt, und wo vorher grüne Wiesen grünten, hinterlassen ihre Besucher tsunamiartige Verwüstungsbilder. Von wegen. Auch im bunten Festivalreigen setzt man auf Klimaneutralität. Beim Taubertal in Rothenburg werden alle Leinwände und Verstärker mit Ökostrom gespeist. Beim Paleo Festival in der Schweiz werden über 200.000 Besucher über sechs Tage lang nur mit Sonnen, Wind- und Wasserenergie versorgt. Und beim dänischen Roskilde Festival wird der Besuchermüll gleich in 13 Kategorien getrennt, vorbildlich recycled und zur Düngung des Geländes wieder verwendet.

L wie Luftgitarre

Ein Klassiker unter den männlichen Festivalaktivitäten. Ein g’scheider Luftgitarrencontest darf auf keinem anständigen Festival fehlen. Legendär vor allem Joe Cockers Luftgitarrensolo mit Live-Gesangsbegleitung auf dem Woodstock. Allerdings hat die gemeine Luftgitarre herbe Konkurrenz bekommen. Durch Computerspiele wie "Rock Band" und "Guitar Hero", die dieses Jahr auf nahezu jedem Wald und Wiesen-Festival ihre Probierzelte aufgeschlagen hatten. Ihr Wettbewerbsvorteil: Mit einer Playstation-Gitarre kann man laut werden, die Luftgitarre bleibt klassischerweise stumm. Aber auch hierfür gibt’s mittlerweile Abhilfe: Finnische Studenten haben ein Programm entwickelt, dass die Handbewegungen beim Luftgitarrespielen aufzeichnet, erkennt und in echte Gitarrenriffs umwandelt. Fragt sich nur, wer das überhaupt noch hören möchte?

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