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Festival ABC // Q-T Von Quartiertypen bis Trunkenbolde

Überlebenswichtig auf einem Festival ist auf jedenfall das Q wie Quartier, da stimmen auch die R wie Roadies zu.

Festival ABC

Q wie Quartier

Wurde bei den Ur-Festivals wie Woodstock noch unter freiem Himmel auf nacktem Boden gepennt - hat sich inzwischen bei der Festivalbeherberung einiges getan. Dabei muss man zwischen vier Grundtypen von Festivalbewohnern unterscheiden:

  • Der Freiluft-Freak

Er weiß wahrscheinlich am Tag der Abreise noch nicht einmal, dass er auf ein Festival fährt. Fällt es ihm im Gemenge vor der Mainstage auf, ist eh schon alles wurscht und er setzt auf "Drei-Tage-wach".

  • Der Zeltplatz-Pöbel

Die schweigende Mehrheit der Festivalbesucher. Klassenforscher unterschieden hier noch in die Gruppenzelter, die Einzelschläfer, den Massen-Pavillonierer und vereinzelt den VIP-Camper. Was ihnen gemein ist, ist der eiserne Wille, trotz Wind und Wetters alle Festivaltage auf der durchgenässten Isomatte zu überstehen.

  • Die Camping-Upper-Class

Für sie gibt es auf vielen Festivals schon extra eingerichtete "Gated Comunities". Dort können sie dann liebevoll und vom Fußvolk abgeschottet ihre Campingstühle, Fußmatten und Espressomaschinen trappieren.

  • Der Hotel-Spießer

Er protzt gerne mit seiner jahrzehntelangen Festivalerfahrung. Er war bei den großen Schlammschlachten in Glastonbury, den legendären Strand Raves auf Ibiza und hat schon beim ersten Iceland Airwaves Festival in Reykjavik in seinem Zelt gebibbert. All das braucht er jetzt nicht mehr. Ihm geht es nur noch um die Musik. Und die Party. Die steigt dann in der Regel nach Ende des offiziellen Musikprogramms auf seinem Hotelzimmer.

R wie Roadie

Es gibt da diese romantische Vorstellung. Vom Helden der Straße, der nachts zielsicher die schlafende Band über menschenleere Highways kutschiert. Von muskulösen Typen hinter den Bühnenboxen, die als einzige wissen, wo jedes Kabel, jeder Monitor, jeder Verstärker seinen Platz und Richtigkeit hat. Der abends vor dem Gig eine Zigarette auf der Box raucht und träumt, am Abend das Mädchen seines Lebens im Publikum zu erspähen. Alles gelogen! Roadie zu sein, ist ein Knochenjob. Vor allem auf Festivals. Während die Band noch friedlich in ihrem Night Liner schlummert, ist er schon damit beschäftigt Equipment ab, auf und umzubauen. Aber ja, es stimmt! Viele große Musiker haben ihre bombastische Karriere mit Kistenschleppen und Kabelstecken begonnen: Thees Uhlmann, Noel Gallagher, 2Pac Shakur.

S wie Schlamm

Es regnet, schifft, schüttet, gießt wie aus Kübeln. Die Folge: Klamme Klamotten, schlabbrig-nasser Schlafsack, unförmige Wegwerf-Regenponchos um die Schultern von Tausenden - und wohin man tritt schlickiger, pampiger Schlamm. Aber hey, nix mit Trübsal blasen. Das ist die Zeit, den Hippie in dir rauszulassen.

Denn viel Regen kann zu viel feuchtem Festivalspaß führen: Schlammrutsche, Schlammhüpfen, Schlammcatchen. Abgesehen davon fungiert der Regen auch als Sozialarbeiter: Wenn’s nass wird, halten alle zusammen. Und Jahre später erzählt man sich noch vom Festival, wo die Schlammlawine den ganzen Zeltplatz lahmgelegt hat. Zwei Dinge sollte man allerdings beachten: Erstens: Außer den Chucks auch Gummistiefel einpacken. Und zweitens: Aufpassen wo man parkt.

T wie Trunkenheit

In einem Drittel aller YouTube-Videos sieht man Menschen im Vollrausch. Gefühlt zumindest. Metal-Fans in Judas-Priest-T-Shirts zum Beispiel, die auf dem diesjährigen Summerbreeze-Festival in Dinkelsbühl Schwierigkeiten haben, im Campingstuhl die Balance zu halten. Und die von ihren so genannten Freunden männliche Genitalien ins Gesicht gemalt bekommen. Ein Festivalspaß mit Tradition.

Eine andere Beobachtung vom Rock im Park-Festival: Fans der Toten Hosen heben ganz gerne mal einen, wenn sie sich nicht gleich einen Kanister mit Billig-Sangria auf den Kopf schnallen. Getrunken wird mit Hilfe eines langen Schlauchs. Ein lustiger Hut komplettiert das Outfit. Manch einer schafft es an drei Tagen kein einziges Mal vom Campingplatz aufs Festivalgelände.

Weitere Festival-Alk-Klassiker neben Billig-Sangria: Dosenbier, eh klar, und natürlich Wodka Orange, abgefüllt in einen Tetra Pak. Dass das Gesöff pisswarm ist und die Trinköffnung so feucht wie eine Cockerspanielschnauze, das stört irgendwann keinen mehr. Im Grunde kann man es keinem Festivalbesucher vorwerfen, dass er sich ausnahmsweise mal so richtig zuknallt. Schließlich gibt es keine effizientere Methode, um endlich mal auf Augenhöhe mit den Stars zu sein.

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