Im He-Man-Zeichentrick-Look kommt er daher, der ehemalige jamaikanische Soldat Major Lazer. Er braust an, auf einem raketenbetriebenen Skateboard, auf dem Kopf ein rotes Barett mit Rastalocken darunter. Seinen rechten Arm hat er in einem Zombiekrieg verloren. Das amerikanische Militär ersetzte das fehlende Körperteil kurzerhand durch ein Lazergewehr. Getarnt als Dancehall-Club-Besitzer aus Trinidad kämpft er seitdem an der Seite internationaler Geheimdienste gegen das Böse.
Ein bizarrer Bastard

Bild: Cooperativ Music
Fette Farbenpracht: Das Artwork zu "Guns Don't Kill People... Lazers Do"
Um eine neue musikalische Geheimwaffe zu entwickeln, hat sich die Kunstfigur Major Lazer zusammen mit den Produzenten Diplo und Switch auf Jamaika in die legendären Tuff Gong Studios eingeschlossen. Herausgekommen ist das wahnwitzige Geschoss in Albumform "Guns Don't Kill People... Lazers Do". Darauf werden die angestaubten Sparten Reggae und Dancehall mithilfe von Global Pop und Baltimore Beats wieder auf Hochglanz poliert. Aber nicht nur das: Surfgitarren treffen auf abstruse Sounds wie Pferdegewieher oder Handygeklingel. Pumpende irre Autotuneabfahrten wechseln sich mit ruhigen rootsigen Reggaenummern ab. Ein großartiger bizarrer Bastard.
Es gibt wohl kaum Künstler, die so gut vernetzt sind wie Diplo und Switch. Kein Wunder also, dass die Liste der Künstler, die sich auf diesen abstrusen Beats austoben dürfen, lang und illuster ist. Santigold ist dabei, Vybz Kartell, Mr. Vegas und Nina Sky - um nur einige Names zu droppen. Daneben gibt sich alles, was in Jamaika momentan Rang und Namen hat die Ehre.
"Guns Don't Kill People... Lazers Do" ist bunt, abgedreht und holt Reggae und Dancehall endlich aus dem verfilzten Nieschensumpf an die hippe Oberfläche des Jahres 2009. Ein Album, das hoffentlich auch dem ein oder anderen Jamaikaner die roten Augen öffnen wird, was denn mit seiner Musik noch so alles möglich ist.
