"The singt, während Resa sanfte Akkorde erklingen lässt", steht auf ihrer Homepage. "The" in Verbindung mit Musik klingt ja immer nach Pop à la Smiths, Beatles oder Rifles. The Resa ist zusammen aber ganz simpel: The-resa, Theresa Chanson. Ein Mädchen, eine Akustikgitarre und melancholischer, ruhiger Pop-Folk-Singer/Songwriter-Sound in englischem Wortlaut.
Ohne Gitarre in den Händen heißt die 20-Jährige Theresa Wagner. Sie stammt vom Schliersee, lebt aber jetzt in München. Tagsüber ist Theresa Fremdsprachenkorrespondentin. Abends aber, wenn sie die Akustikgitarre um den Hals hängt, verwandelt sie sich in Theresa Chanson. Durch den Glitzervorhang betritt sie die Bühne, offene Ohren erwarten sie. Singer/Songwriterin ist sie, mit einer richtig tiefen, lauten, rauchigen und doch zerbrechlichen Stimme. Die Westerngitarre klingt dabei wunderbar unaufdringlich, ohne viel Effektgehasche: simpel und begleitend. Ein Sound zum Träumen.
Hinfallen, aufrappeln, weitermachen
Scheiße, Text vergessen! Die Münchner Singer/Songwriterin Theresa Chanson.
Angefangen hat Theresa auf der Geige. Für ihre erste Mädelsband muss sie Bass lernen, das einzig freie Instrument. Aber Songs schreiben am Bass, das liegt Theresa nicht. Eine Gitarre muss her. Seit vier Jahren ist sie jetzt solo unterwegs und schreibt eigene Songs, auf der Gitarre. In "Broken" singt sie von kaputter Liebe, vom Wiederaufrappeln, vom Loslassen und Weitermachen, immer weitermachen.
Live stellt man sich jetzt leicht hin und her wippende Menschen vor, mit Mundwinkeln in Richtung Zehenspitzen, betretenem Blick und frisch gebrochenem Herzen. Aber völlig falsch, live ist Theresa Chanson mitreißend und sogar ziemlich lustig. Vor allem, weil sie so ein unglaublicher Tollpatsch ist. Da passiert es schon mal, dass es anstatt dem ersten Ton nur ein Husten ins Mikro schafft – weil Theresa sich beim Luftholen verschluckt. Oder aber, dass sie einen Song mittendrin mit einem lauten Fluch abbricht, weil sie vor lauter Nervosität den Text vergisst.
Auf dem Taubertal Festival ist Theresa Chanson in unser Festivalwohnzimmer gestiefelt - nach drei Tagen ohne Schlaf. Dort hat sich die Gitarre geschnappt und auf der "Open Stage" im Matsch gesungen. Aus fünf Zuhörern wurden 30 begeisterte Applausspender – ein Minikonzert ganz ohne Pannen, und unter Sternenhimmel. Ein Traum.
