on3-Lesereihe 2009 // Die Türen : Ode an das Hier und Woanders
2007 stürmten sie mit ihrer Großstadt-Hymne "Indie Stadt" die Boxen der alternativen Musikzentren. Jetzt folgte die zweite Aufforderung zum Ausbruch: "Raus hier!" lautete die Devise, die gleichzeitig Motto der on3-Lesereihe 2009 war.
Maurice Summen und Ramin Bijan von Die Türen zusammen mit Dirk Kretz (Mitte) bei der on3-Lesereihe 2009
Protestreklame, das ist es, was Die Türen machen. 2007 liefern Die Türen mit ihrem Album "Popo" den Soundtrack für die Generation der 20- und 30-Jährigen - für all diejenigen, die irgendwo feststecken zwischen Arbeit und keiner Arbeit, zwischen Angeben, Ausgehen und materialistischen Alltagssorgen. Verpackt sind ihre Texte in einem bunten Genremix aus Indie-Pop, Garagen-Rock, Disco, Boogie und Udo Lindenberg, ohne Scheu vor großen Emotionen oder langen E-Gitarren-Einlagen.
Pop für den Patchwork-Alltag
Die Türen wissen, wovon sie sprechen und singen. Ursprünglich aus der westfälischen Provinz, jetzt Berliner aus Leidenschaft, führt die Band um Maurice Summen, Ramin Bijan und Gunther Osburg ein Patchwork-Leben zwischen Banddasein, Plattenfirma, Familie und Gelegenheitsjobs. Auf ihrem Label Staatsakt versammeln sie nicht weniger lautstarke Kollegen wie die Mediengruppe Telekommander, Bonaparte, Frank Spilker und Ja, Panik.
"Raus hier!" – das Motto der on3-Lesereihe 2009 – ist den Türen wie auf den Leib geschneidert. Ihre Gedanken zum Thema haben sie für uns in einen exklusiven Text verpackt. Diesen hat Maurice Summen an allen Abenden der Lesereihe vorgetragen.
Im Anschluss hat der Türen-Frontmann mit Bandmitglied Ramin Bijan und Gastmusiker Dirk Kretz live und unplugged die Bühne unsicher gemacht. Und wenn ihn zwischendrin noch die Kreativität übermannt hat, dann hat Kamerakind Maurice sein digitales Tourtagebuch geführt.
Damit die Erinnerung an unsere lieb gewonnene Tourband auch immer frisch bleibt, haben uns Die Türen noch drei Stücke aus ihrem Unplugged-Set dagelassen. Eine echte Rarität für Fans der kultivierten Unterhaltung: Denn so wird man die Berliner mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nie wieder live zu hören bekommen.



