Vorgestellt // Ja, Panik : Angst und Geld
Die fünf schlaksigen Intellektuellen von Ja, Panik aus dem österreichischen Burgenland leben mittlerweile in Berlin und überzeugen auch hier die Kritiker mit falkoeskem Sprachwirrwarr und intelligenten Texten.
Spätestens seit ihrem 2008er Album "The Taste And The Money" gelten Ja, Panik gerne als die neuen Blumfeld - und ihr Kopf Andreas Spechtl als neuer Stern am deutschsprachigen Poetenhimmel. Bis in die Feuilletons und an die Spitze der SPEX-Jahrescharts ist ihre zweite LP geschossen.
"The Angst And The Money" (2009) von Ja, Panik
Und das zu Recht. Mit dem Album "The Angst And The Money" beweisen Ja, Panik konsequente Inkonsequenz: kein Verzicht auf sperrige Texte und derangierte Arrangements bei größerer Eingängigkeit und mehr Mut zur Melodie. Produziert wurde das Ganze von Moses Schneider, rausgebracht auf dem schwer krediblen Die Türen-Label Staatsakt. Mit der allseits beschrienen Weltwirtschaftskrise hat das Album trotz des Titels nicht viel zu tun. Spechtl besingt lieber seine persönlichen Krisen, denn die sind bedeutungsvoller und lang anhaltender.
Trotzdem bleiben die Texte von Ja, Panik immer abstrakt, Spechtl setzt sie oft wie Flickenteppiche zusammen, aus anderen Songfragmenten, Zitaten oder Satzfetzen, die er aufschnappt. So erreicht er eine Form von Künstlichkeit, die zugleich Intimität und Distanz schafft.
