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Grand Hotel van Cleef, Kettcar, akustisch

Kettcar ist eine bemerkenswerte Band. Weil sie ebenso viele Fans wie leidenschaftliche Ablehner hat. Weil ihr Weg nach oben steinig und nicht ohne Missverständnisse, schließlich aber doch erfolgreich war. Weil Kettcar es mit nicht gerade stadiontauglicher Musik (das ist ein Kompliment!) geschafft haben, Festival-Crowds wie Ausgeh-Kids in ihren Bann zu ziehen. Weil sie eben nicht Everybody's Darling sind. Und weil sie immer wieder Bock auf ungewöhnliche Sachen haben.

Kettcar haben in Hamburg schon auf dem Dach des Deutschen Schauspielhauses gespielt. Dass dabei 4000 Fans in Reclaim-the-streets-Manier die Kirchenallee vorm Hauptbahnhof blockiert haben: großartig! Für die Rückeroberung von öffentlichem Raum sind Kettcar immer zu haben.

Akustisches Ständchen mit Streichquartett

Irgendwann sind Kettcar mehr oder weniger zufällig über das Kulturgelände Kampnagel gelaufen, eine ehemalige Hamburger Hafenkranfabrik. Angefixt vom Flair dieser Industrieruine entschließen sie sich, mal in so einer Halle ein Konzert zu spielen. Kein normales natürlich, sondern in aller Herrgottsfrüh, um kurz vor sechs – und mit einem Streichquartett. Die Halle bestuhlt, die Stimmung zwischen feierlich und bizarr, die Band im Anzug. Und als die Sonne aufgeht und sich das große Eisentor hinter Kettcar öffnet, beginnt die Musik.

Ein Herz für Bayern

Warum wir Kettcar noch mögen? Weil sie ein großes Herz für bayerische Newcomerbands haben: Egal ob kürzlich zu Gast bei der on3-startrampe, auf Tour mit Mexican Elvis oder im "Graceland/Raveland"-Remix von Frittenbude - Berührungsängste mit dem Süden kennen sie nicht. Außerdem wäre da natürlich die bayerische und nahezu legendäre Liebe zu Hamburg. Ein Grund aber ist unschlagbar: Weil Kettcar verdammt noch mal eine außergewöhnlich gute Band ist.

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