NPD-Vize gestorben : Neonazis verlieren Finanzier und Vordenker
Jürgen Rieger, Vize-Chef der NPD, ist tot. Der Nazi-Anwalt ist an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Die NPD blickt nun in eine ungewisse Zukunft, da Rieger ihr einflussreichster Finanzier war.
Die Angehörigen von Jürgen Rieger sollen alles andere als begeistert gewesen sein von seinen rechten Umtrieben. Schlecht für die NPD. Denn wenn der Neonazi-Anwalt in seinem Testament nicht ausdrücklich die NPD als "Erbe" angegeben hat, verliert die Partei wertvolle Immobilien. Der wegen Volksverhetzung und Körperverletzung vorbestrafte Rieger wollte zu Lebzeiten mehrere Gründstücke für seine Partei kaufen, um dort rechtsextremistische Schulungszentren zu errichten, und galt auch im Wahlkampf als größter Kreditgeber der NPD. Seine Darlehen an die Partei belaufen sich laut Verfassungsschutz auf bis zu 500.000 Euro.
Familie will nach dem Tod ihre Ruhe
Rieger kaufte für die NPD zahlreiche Immobilien und wollte Schulungszentren errichten.
Auch die Machtverhältnisse innerhalb der rechten Partei werden sich nach seinem Tod verschieben. Er war Integrationsfigur für den Flügel der militanten Neonazis, die nach dem gescheiterten Parteiverbot vermehrt in die NPD eingetreten sind. Der wohlhabende Jurist galt jedoch selbst in den eigenen Reihen als umstritten. Viele der neuen Rechten wollen sich nach Außen gutbürgerlich und seriös geben. Da passt es nicht ins Bild, dass Rieger Holocaustleugner vor Gericht vertrat und – mit einem Wehrmachtskampfanzug bekleidet – auf einem mit SS-Runen bemalten Kübelwagen durch Hamburg fuhr.
Die Familie von Jürgen Rieger plant eine Feuer- und Seebestattung. Sie will verhindern, dass sein Grab zu einer Kultstätte für Neonazis wird.


