Fünf junge Studenten aus dem Lone Star State Texas beschließen im Jahr 2000, etwas gegen die Langweile in ihrer Stadt Denton zu unternehmen und gründen eine Band: eine Jazzband! Aus der Jazzband wird eine Funkband und aus der eine Folkband, die ihre Musik zuerst mit leichter Psychedelik, später mit großem Popappeal veredelt. Da schreibt man aber schon das Jahr 2004 und die erste Platte von Midlake wird veröffentlicht.
Auf unserer Seite des großen Sees hört man erst im Sommer 2006 von dieser eigenartig bescheiden wirkenden Band. Wayne Coyne von den Flaming Lips setzt sich für sie ein und rührt die Werbetrommel. Denn dummerweise ist auch ihre zweite Platte zum Zeitpunkt der Tour noch immer nicht außerhalb der USA veröffentlicht worden. Inzwischen hat sich das endlich geändert - und die Welt hat Kunde davon bekommen, dass hier große Songs aus dem Handgelenk geschüttelt werden.
Den Kunststudenten-Background merkt man Midlake vor allem live an. Sie beherrschen als ehemalige Jazzmusiker ihre Instrumente und veredeln ihre Auftritte mit ästhetisch anspruchsvollen Filmen, die im Hintergrund flimmern und Geschichten von der Sehnsucht erzählen.
Melancholie und Vergänglichkeit haften all den Songs von Midlake an, ohne dass sie je ins Morbide abtauchen würden. Immer bleibt ein matter Hauch von Hoffnung. Die Melodien verweisen auf den Folkrock der Siebziger: auf America, auf Fleetwood Mac und auch Neil Young gilt als eines der großen Vorbilder von Midlake. Dabei haben sie doch als Jazzband angefangen. Erstaunliche Wandlungen passieren in Denton, Texas!


