Artikel Artikel
15.10.2009 Permalink Weiterempfehlen
G. Rag & Die Landlergschwister bei ihrem Auftritt an der Krinoline auf dem Münchner Oktoberfest

Dass in der Volksmusik per se und in der bayerischen im Speziellen eine gehörige Portion Querdenkerkultur und Subversives drinsteckt, das hat zuletzt der Kraudn Sepp in den Siebzigern bewiesen.

Dass da aber mit G.Rag, namentlich Andi Staebler und seinen ganzen Gesellen auch was nachkommt, eine neue Generation, die neben dem bajuwarischen auch den US-amerikanischen und karibischen Wurzeln frönt, das ist die gute Nachricht.

Berührungsängste oder Grabenkämpfe zwischen den Generationen gibt es aber nicht. Die Musikanten fühlen sich im Club so wohl wie bei der Krinoline auf der Wiesn. Da haben sie den Karussellfahrern ein Ständchen geblasen, dass denen nur vom Zuhören schon ganz schwindlig wurde.

Im Gegensatz zu der G.Rag Formation Y Los Hermanos Patchekos konzentrieren sich G.Rag & Die Landlergschwister auf bayerische und amerikanische Country-Wurzeln. Und bergen dabei alte Hank Williams Songs wie den "Ramblin Man" oder "I'll Never Get Out Of This World Alive".

Ganz nebenbei räumen sie mit ihren Landlern, Zwiefachen und Gstanzln den ganzen pseudo-volkstümlichen Mist mit weg. Sie wollen nach eigener Aussage "den versauten Ruf Bayerischer Folklore wiederherstellen. Eine Watsch'n für alldiejenigen Verbrecher, die diese Musik wie eine todgeweihte Sau durch die Dörfer einer virtuellen Fernseh-Voralpenidylle treiben."

Weil - irgendjemand muss ja! Weil - von den anderen lassen wir uns nämlich keinen Problembären aufbinden. Vergelt's Gott.

Downloads