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Vorgestellt // Fotos Der Pop geht nicht verloren

Lernen von den Großen: Die Band Fotos orientiert sich bewusst mehr an britischen Vorbildern als an den Traditionen deutscher Rockmusik.

Fotos

Lernen von den Großen. Die Fotos machen das erfreulicherweise, ohne in der Referenzhölle unterzugehen. Die vier Jungs aus dem Dreieck Köln, Hamburg, Wuppertal haben einen eigenen Stil gefunden, ohne vorher groß in Musik-Deutschland um Erlaubnis zu fragen, ob man das so machen darf.

Das Debüt "Fotos" war der Indie-Hype des Jahres 2006 und fiel mitten in die Nu Rave/Neo Wave-Phase. Hektischer, nervöser Gesang und das Rockinstrumentarium Schlagzeug/Gitarre/Bass werden auch bei Fotos oft bis ans Limit ausgereizt.

Bandfoto von den Fotos

Trotzdem geht der Pop dabei nicht verloren, und das haben die Fotos den anderen vermutlich voraus: das Können, massenkompatible Hits mit ordentlich Wumms zu schreiben. Die vier sind lieber mit Scheuermilch zugange statt mit Weichspüler.

Der Titel des zweiten Albums "Nach dem Goldrausch" (2008) klingt ernüchtert. Doch von Desillusionierung keine Spur. Der Sound der Band hat sich verändert, in andere Gefilde weiterentwickelt, und das ist auch gut so. Die Fotos sind schlau genug, nicht ihr einmaliges Erfolgsrezept wiederholen zu wollen. Sie sind hungrig auf Neues und kombinieren ihre vorsichtigen Experimente mit Ausbruchsphantasien, musikalisch wie textlich.

Auch das Jahr 2010 schreit einmal mehr laut "Veränderung" für die Fotos. Auf ihrem drittem Abum "Porzellan" geben sie sich der schlichten Schönheit des Shoegazings hin. Weniger Plastik, mehr Anspruch. Kombiniert mit dem bandtypischen Powerpop begleitet Euch "Porzellan" durch den kommenden Herbst.

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