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Cursive

Ein paar Jahre lang war es der Mittelpunkt der Welt für Indie-Hörer: Saddle Creek, das Label in Omaha, Nebraska, bei dem legendäre Bands wie Bright Eyes, The Faint und The Good Life zu Hause waren. Mittlerweile ist dieser Mythos zerbröckelt: Der Halbgott Conor Oberst ist zur Major-Plattenfirma abgewandert, Maria Taylor ebenfalls weg, The Faint haben ihr eigenes Label. Die neuen Saddle-Creek-Bands mögen nett sein, aber vom Olymp sind sie weit entfernt. Ein Stückchen Mythos aber bleibt: Tim Kasher.

Mit seinen zwei Bands hat Tim Kasher mittlerweile zwölf Alben veröffentlicht. The Good Life ist die Folk-Variante, Cursive die Krachband. So war es jedenfalls sehr lange. Cursive hat die Aggression und Wut des Alltags herausgebrüllt, The Good Life war das zusammengekauerte bisschen Selbst, das übrig geblieben ist. Mit dem siebten Cursive-Album "Mama, I'm Swollen" verschiebt sich diese musikalische Aufteilung. Aus laut wird lauernd. Unter jedem ruhigen Stück, das zwar irgendwie ein bisschen nach The Good Life klingt, wummert und wabert es, bis der Text die Musik überholt und alles wie gewohnt ausbricht.

Auf Tim Kashers Cursive-Alben geht es um Sex, um Religion und um die Tatsache, dass – mal ganz schicksalsergeben gesprochen – die Aufklärung eine ziemlich blöde Idee war. Was zählt, ist nämlich der Instinkt und der kommt aus der Hüfte geschossen immer am besten.

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