"Me and my bedroom", das ist laut Joel Nicholson die Besetzung seines Ein-Mann-Projekts Butcher The Bar. Viel mehr als seine Gitarre und einen kleinen Sack voller Instrumente braucht der Mann tatsächlich nicht. Butcher The Bar entwirft mit nur ein paar Akkorden große Songs. Er setzt er auf leisen, ruhigen Gesang - und erntet damit umso mehr Gehör.
Kürzlich erst ist Joel in ein kleines Haus in Manchester gezogen ("Make This House A Home"), von Heimeligkeit aber keine Spur. Butcher The Bar-Songs handeln oft von Orientierungslosigkeit und der Lust durchzubrennen ("Getaway", "Leave This Town"). Sein Debüt-Album "Sleep At Your Own Speed" erzählt eine klassische Coming-Of-Age-Geschichte in 13 Kapiteln.
Butcher The Bar ist nicht Anti-Folk und sicher auch kein "Quiet Is The New Loud"-Revival. Wenn überhaupt ein Etikett passt, dann vielleicht Post-Folk: ein junger Brite in den Schuhen großer Helden wie Nick Drake oder Elliott Smith. Die Schlappen passen ziemlich gut, haben neue Schnürsenkel und sind noch lange nicht ausgetreten.

