Artikel Artikel

Vorgestellt // Blumfeld Ich-Maschine

Mit Blumfeld hat Jochen Distelmeyer ein ganzes Genre geprägt. Er hat Pop wieder politisch gemacht und Protest auf die Bühne gebracht. Siebzehn Jahre haben Blumfeld für Diskurs und Debatte im Pop gesorgt.

Blumfeld

Die frühen Blumfeld-Alben wie "Ich-Maschine" und "L'Etat et Moi" leben von der ganz eigenen Distelmeyer-Sprache, einer einzigen großen Fetzen-Collage aus Versatzstücken und Samples. Diese Texte sind es, die der Rockband Blumfeld ihr Gesicht geben – wohl deshalb sind sie für Kritiker schnell die Diskurspopper, die Germanistenband, an der nur Studenten gefallen finden.

Doch Blumfelds Sprache hat einen eigenen Sound. Und Blumfeld sind auch eine aktiv politische Band: Als Reaktion auf die Brandschläge in Rostock-Lichtenhagen und Mölln engagieren sich Blumfeld mit befreundeten Bands wie Die Sterne und Die Goldenen Zitronen im Hamburger Wohlfahrtsausschuss.

Nach einer längeren Pause kommen Blumfeld 1999 mit dem Album "Old Nobody" zurück und stoßen so manchen Fan vor den Kopf: Auf einmal klingen Blumfeld nach Schlager, beziehen sich auf Münchner Freiheit, und Jochen Distelmeyer singt von der Liebe. Zwei Alben folgen noch: "Testament der Angst" und "Verbotene Früchte", bevor sich Blumfeld 2007 auflösen. Von "Ich-Maschine" bis "Verbotene Früchte" habe sich ein Kreis geschlossen, sagt Distelmeyer.

Downloads