Vorgestellt // Blackmail : Geisterläufer zwischen Lärm und Pop
Blackmail haben Indierock aus Deutschland massentauglich gemacht. Die Reise der Band ging vom Indielabel über einen Major-Deal zurück zu ihren Wurzeln.
Auf ihrem Debüt klingen Blackmail noch ganz schön lärmig. Kein Wunder, es ist 1997 auf einem Indielabel namens BluNoise erschienen. 1999 folgt mit "Science Fiction" ein Album, das fiese Ohrenschmeichelmelodien in den ruppigen Gitarrensound einführt. Die Band hat mit "Londerla" ihren ersten kleinen Indie-Hit.
Zwei Jahre später: Charlotte Roche moderiert noch gepierct auf Viva Zwei und Alternativebands mit Händchen für Hymnen sind schwer angesagt, allen voran Placebo und Muse. Blackmail ergattern einen Vertrag beim Majorlabel Eastwest und veröffentlichen dort zwei Alben. Die Band tourt in Japan, die Videos werden aufwändiger. Im Clip zu "It Could Be Yours" rennt Sänger Aydo Abay als Geisterläufer über die Autobahn.
Danach gehen Blackmail einen Schritt zurück, zurück zum Indielabel. Aber zu was für einem Indielabel! Auf City Slang veröffentlichen auch Arcade Fire oder Calexico. Und Blackmail haben die Möglichkeit, mal wieder ohne Majordruck im Rücken Platten aufzunehmen. So viel Pop wie auf dem so entstandenen Album "Tempo Tempo" gab es selten im Hause Blackmail, Streichorchester und Frauenchor inklusive.
Darauf folgt die nächste große Zäsur: Blackmail trennen sich von ihrem Sänger Aydo Abay. Weiter geht es trotzdem, irgendwie.


