Vorgestellt // Andrew Bird : Über den Dingen
Weg mit der journalistischen Objektivität und dem pophistorischen Blabla. Wir schmeißen uns Andrew Bird zu Füßen, weil er es schafft, uns mit seiner Geige, seinem Gepfeife und seinem Gesang so zu faszinieren.
Die Karriere von Andrew Bird beginnt, als er sich mit vier eine Geige aus Karton bastelt. Inspiriert von klassischer Musik greift er aber bald zur Holzvariante. In den Neunzigern veröffentlicht der Singer/Songwriter aus Chicago drei Alben mit seiner Band Andrew Bird & The Bowl Of Fire. Doch im Jahr 2003 wird er flügge, spitzt den Schnabel und trällert alleine weiter. Und mit den Jahren wirkt er immer entrückter oder vielmehr erhaben über den Dingen stehend. Auf seinen Alben beobachtet und kommentiert er, so als gehöre er gar nicht wirklich zum schnöden Rest der Welt.
Wir hören Geigen, gezupft und gestrichen, Gitarren, mal akustisch mal verstärkt, mal Folk mal Bossanova, es wird viel geklatscht und ein bisschen mit Elektronik experimentiert. Und dann noch Andrew Birds Sprache: Silben werden wiederholt, ohne dass sie einen Sinn ergeben, er bildet Sätze wie: "Sie steht auf einer silbernen Brücke in einem Strampelanzug und einem Schleier" oder "Das ist die wichtigste Erfahrung, die eine Aubergine jemals machen könnte". Es geht nicht darum, was die Worte bedeuten, sondern wie sie klingen, und das hat Andrew Bird perfektioniert. Das liegt vielleicht daran, dass er seine Band erweitert hat – von der One-Man-Show hin zu einer vierköpfigen Mannschaft, die sich nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Studio austauscht.

