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23.11.2009 Permalink Weiterempfehlen

Album der Woche Royal Bangs - Let It Beep

2008 ist ihr Debüt untergegangen, der Nachfolger ist ein Renner. Royal Bangs kassieren Huldigungen aus allen Richtungen: Musikmenschen wie Markus Kavka lieben sie, die Journaille auch, die Konzertgänger noch viel mehr.

Royal Bangs, on3-festival, musik

Was macht eigentlich der Nu Rave? Oh, anscheinend ist er früh verstorben.

Wären die Royal Bangs vor zwei Jahren berühmt geworden, es könnte sein, dass auch sie für den Rest ihres Lebens mit diesem Makel herumlaufen müssten. Teil einer Bewegung zu sein, die nie existiert hat – wer will so was schon? Erfunden von Musikjournalisten, die den Dingen eben gern einen Namen geben. Sei er auch noch so quatschig.

Journalistische Aufnahmebedingung für diesen zweifelhaften Club: Nehme Gitarre, rocke drauflos. Nehme außerdem elektronisch-extatische Einflüsse, ahme das Schema eines handelsüblichen Elektrosongs nach, setze optional hin und wieder eine Hupe ein. Ja, ja: Da hätten unsere Helden auch ganz gut reingepasst.

Songwriting ohne Effekthascherei

Royal Bangs, on3-festival, musik

Aber das ist nur eine der vielen musikalischen Facetten der fünf Amerikaner aus Knoxville, Tennessee. Auf ihrem zweiten Album "Let It Beep" können sie nämlich auch lauten Rock und Indie-Pop, zum Beispiel bei Songs wie "Shit X-Mas" oder "War Bells". Das hätten die etwas eindimensionalen Klaxons, Vorreiter in Sachen Nu Rave, anno dazumal so nicht hingekriegt.

Royal Bangs präsentieren hektischen Gitarrenrock zwischen Postcore und klassischem Indierock. Elektrifiziert, wo es Sinn macht, und perfektioniert mit einem Songwriting, das keine Effekthascherei zum Aufhübschen braucht. Immer tanzbar genug, um auch im Club zu funktionieren. Immer rumpelig und pumpelig genug, um als Rockband glaubwürdig zu bleiben.

Ob das jetzt wirklich die coolsten Hunde sind, seit es Hunde gibt, wie Markus Kavka das kürzlich mal öffentlichkeitswirksam behauptet hat - man weiß es nicht. Ist ja auch egal. Ihre neue Platte ist jedenfalls super und live sind sie absolut granatig. Und das ist ja das Wichtigste.