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05.02.2010 Permalink Weiterempfehlen
Der Hamburger Musiker Hendrik Weber alias Pantha Du Prince

Was wurde im Vorfeld nicht alles über "Black Noise" geschrieben, gesagt und gestritten. Vor allem die Art der Entstehung wurde heiß diskutiert. 'Field Recording' lautet das große Schlagwort! Heißt eigentlich nichts anderes als mit einem Mikrophon durch die Welt zu rennen und Geräusche aus der Umgebung aufzunehmen. Die werden dann verdreht, in die Länge gezogen oder in kleine Schnipsel gehackt. Der Hamburger Hendrik Weber alias Pantha Du Prince hat sich dafür in eine Hütte in den Schweizer Alpen zurückgezogen und zwischen Edelweiß, Kuhglocken und Schneegestöber Sounds für sein Album gesammelt.

Und es sind genau diese kleinteiligen Geräuschfetzen, die "Black Noise" so eigenartig – so einzigartig – machen. Es muss ein riesiges Soundarchiv sein, das bei den Aufnahmesessions hoch oben in den Bergen entstanden ist und das dem Album jetzt seinen Klang verleiht. Dabei kann wahrscheinlich nicht mal mehr Pantha Du Prince selbst genau sagen, woher welches Geräusch stammt. Ob da nun der Schnee unter seinen Wanderstiefeln knirscht, der Wind über das Dach der Hütte pfeift oder eine alte Holztür ins Schloss fällt.

Geräusche verschwinden im Soundgewirr

Das Cover des Pantha Du Prince-Albums Black Noise

Überall Natur - auch auf dem Cover von Pantha Du Princes "Black Noise".

Die einzelnen Geräusche verschwinden im Soundgewirr, verschmelzen zu einem großen Ganzen. Und damit macht auch der Albumtitel plötzlich Sinn. "Black Noise" oder "Schwarzer Lärm" beschreibt nämlich Geräusche, die bei Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Lawinenabgängen entstehen. Sie sind zwar messbar, aber für den Menschen nicht mehr hörbar. Was hier so geheimnisvoll klingt, beschreibt ziemlich genau die Stimmung auf dem dritten Album von Pantha Du Prince. Verhuschte, verwischte Soundlandschaften, aus denen sich nur manchmal, ganz unvermittelt eine Stimme erhebt.

Es ist eine bekannte Stimme, die da zu uns singt: Panda Bear vom Animal Collective schwebt hier unnachahmlich durch den Track. Und damit erschließt sich letzten Endes auch die Besonderheit von Pantha Du Princes Musik: Sie ist vorsichtig genug, um zerbrechliche Indie-Gemüter zu berühren, durchdacht genug, um Studio-Nerds zu begeistern und manchmal auch düster genug, um im Club zu funktionieren.

"Black Noise" von Pantha Du Prince ist damit wohl eines der ersten großen Konsens-Alben von 2010. Und das alles, ohne sich zu verbiegen oder gar anzubiedern.