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26.02.2010 Permalink Weiterempfehlen

Vorgestellt // Isabella Laböck Raubkatze auf schnellen Kanten

Statt Hosenanzug trägt Isabella Laböck in der Arbeit Helm und Hartschalenstiefel. Als Snowboardprofi will sie bei den Spielen olympisches Gold im Parallel-Slalom. Und zwar schnell und elegant – wie ihr Talisman.

Die Schnelligkeit und Athletik von Raubkatzen beim Sprung findet Isabella Laböck wunderschön. So schön, dass sie immer überlegte, sich eine schwarze Raubkatze als Tattoo stechen zu lassen. Sie hat es dann gelassen, weil sie sonst Ärger mit ihren Eltern bekommen hätte. Dafür hat sie jetzt eine auf ihrem Helm. Sie soll Isabella schnell machen. Denn Isabella wäre gern wie eine Raubkatze - elegant und kraftvoll. Raubkatzen haben es Isabella angetan.

Ein Olympia-Pärchen

Und das obwohl Katzen untreu sind und eigensinnig, ganz im Gegensatz zu Isabella. Sie ist so treu, dass sie ihrem Freund sogar zu einem anderen Sportverein gefolgt ist – auch wenn der "Vogtländischer Skiclub Klingenthal" heißt und am anderen Ende Bayerns liegt. Isabella ist mit Björn Kircheisen zusammen. Auch er fährt zu Olympia, mit den nordischen Kombinierern. Sie kennen es beide, das Profisportler-Dasein: Langes Training, lange Flüge, lange weg von Daheim. Neben dem Sport macht Isabella noch eine Ausbildung bei der Bundespolizei. Das geht an die Substanz.

Der Parallel-Slalom der Snowboard-Damen bei Olympia 2010

Eine harte Nuss hatte Isabella Laböck im Achtelfinale zu knacken. Der erste Lauf gegen Top-Favoritin Nicolien Sauerbreij (NED) lief gut. Doch im zweiten stürzte sie. Am Ende landete Isabella auf dem 15. Rang.

Hartschalenstiefel statt Hosenanzug

Klar hat Isabella Laböck mal keine Lust. So wie jeder hin und wieder keine Lust hat, zur Arbeit zu gehen. Und Isabella trägt während der Arbeit statt Hosenanzug eben Hartschalenstiefel und Schienbeinschoner, jeden Tag. Entspannt klingt das schon: Täglich beobachten, wie sich die Sonnenstrahlen im Pulverschnee brechen. Aber Isabella hat ein Ticket für Olympia, und das kriegt man nicht einfach so. Im Snowboard-Riesenslalom war sie Vizeweltmeisterin bei den Junioren, die vergangene Saison beendete sie als neunte im Gesamtweltcup. Und im Weltcup am Sudelfeld – ihrem Heimrennen, da wurde sie Vierte.

Und jetzt? Ab nach Vancouver zu den Spielen. Zusammen mit den anderen Fahrern der deutschen Mannschaft. Mit denen muss sie klarkommen, schließlich verbringt sie zur Zeit mit niemandem mehr Zeit. Anfangs war es schwer, sich mit den anderen in der Mannschaft zusammenzufinden, mittlerweile hat sich das aber eingespielt, sagt Isabella: "Man braucht einfach jemandem im Team, der einen zieht. Und wir haben uns gegenseitig so hochgepusht, dass wir eine richtig starke Mannschaft sind."

Bildergalerie // Isabella Laböck Die schönsten Bilder von Isabella

Auf dem Brett seit der ersten Klasse - Isabella Laböck ist quasi auf dem Snowboard aufgewachsen. In Sachen Wendigkeit macht ihr so schnell keiner was vor - höchstens ihr Lieblingstier.

Artikel vom: 10.02.2010

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