Vorgestellt // Aceyalone : Verrauchter HipHop aus der Zeitmaschine
Was ein bisschen nach gestern klingt, ist ganz heute: Der Westcoast-Rapper Aceyalone verpasst dem HipHop einen Sixties-Anstrich und huldigt so den Stoff, aus dem er gemacht ist.
Aceyalone ist ein Urgestein des Westcoast-Rap. Anfang der 90er produziert er mit der Formation Freestyle Fellowship HipHop von der Westküste, der sich als Gegenstück zur Native Tounge-Bewegung um De La Soul von der Eastcoast versteht. Seit der Auflösung der Fellowship ist Aceyalone solo unterwegs und an dem Underground-Projekt A-Team und dem Independent-HipHop-Label Project Blowed beteiligt. Nach acht HipHop-Alben in unterschiedlichsten Formationen hat er mit "Aceyalone & The Lonely Ones" gezeigt, aus welchem Stoff gute HipHop-Beats noch immer gemacht sind: Soul, Blues, Funk, Motown und Doo Wop.
In den Schuhen von James Brown
Was Eddie Hayes alias Aceyalone auf dieser Platte macht, ist so gar nicht das, was man von HipHop eigentlich kennt und erwartet: Optisch kommt er samt Album-Cover daher, als sei er direkt dem Detroit der 60er Jahre entsprungen. Und vor allem akustisch hat "Aceyalone & The Lonely Ones" wenig mit zeitgenössischem HipHop zu tun. Zusammen mit dem Produzenten Bionik, der auch einige Male als Feature auftaucht, hat Aceyalone die Atmosphäre einer rauchigen Blueskneipe zu blühenden Motown-Zeiten erschaffen. Die Songs erinnern an die Hits der 60er Jahre: Im ersten Titel "Lonely Ones" etwa zitiert Aceyalone Phil Spector. Im Song "Can't Hold Back" imitiert er James Brown, spielt Call & Response mit dem Publikum und erteilt seiner imaginären Band Anweisungen.
Diese stilechte Brown-Interpretation gibt es hier zum Download.
