Artikel Artikel
28.05.2010 Permalink Weiterempfehlen
Frittenbude

Der Club ist die neue Kirche. Jedes Wochenende feiern sich unzählige Jugendliche auf Teufel komm raus den Stress der Werktage aus dem Leib. Es ist ein immergleiches Ritual. Die Flucht aus der Realität wird dabei zur Routine und führt sich somit selbst ad absurdum. Das neue Album "Katzengold" von Frittenbude liefert das Wort zum Kater-Sonntag und den Elektro-Beat zum Exorzismus.

Bei ihren unzähligen Auftritten in ganz Deutschland haben Frittenbude dem Partyvolk in die Seele geschaut. "Katzengold" ist ein Abgesang und ein Zelebrieren des Feierns zugleich. Die drei Wahl-Münchner glorifizieren nicht den Exzess, sondern suchen die Romantik im Kater. So besingen sie zum Beispiel blaue Flecken und Wunden – die Trophäen des letzten Blackouts.

Frittenbude: Katzengold

Frittenbude: Katzengold (Audiolith)

Frittenbude hinterfragen aber auch, warum diese Generation sich das alles antut. Die Antwort finden sie in der zu kompliziert und zu rational gewordenen Welt. Es gäbe zwar vieles, wogegen man rebellieren könnte, aber richtig klare Feindbilder fehlen. Also rebelliert die Jugend gegen sich selbst. Den Ausweg aus diesem Dilemma finden Frittenbude aber nicht nur in der Flucht in künstliche Paradiese. Sie hoffen auf Liebe und das Aufgehen in der Kreativität. Das Gegenstück zu allem Tiefsinn bilden die Feier-Beats der Marke Audiolith. Der eingängige Elektropunk ist der perfekte Sound- track für den nächsten Absturz.

Die griffigen Slogans bleiben sofort hängen und werden wohl auch live wieder perfekt funktionieren. Das Album "Katzengold" von Frittenbude ist also für die exzessive Party genauso geeignet wie für die das entspannte Hören daheim am Tag danach. Ganz nach dem Motto: Erst sündigen und dann beichten.