Vorgestellt // Panda People : Endstation Erdbeereis
E-Stralia und E-Langen? Vor zwei Jahren wurde mit Australien ein ganzer Kontinent zum Vorreiter in Sachen cheesy Elektropop. Mit Panda People zieht Erlangen jetzt nach.
Zuerst ein Mini-Exkurs in die Tierwelt – so viel Zeit muss sein: Pandabären sind unverschämt putzige Eigenbrötler, die genau wissen, was sie wollen und – was sie besonders auszeichnet – was sie nicht wollen. Sie essen bevorzugt Bambussprösslinge, verabscheuen (!) Hektik und lassen sich auch mit Hilfe von trashigen Pandapornos nicht zum Sex drängen.
Pandabären sind eben geschmackssicher. Deshalb hat die Erlanger Pop-Band Panda People ihren Namen ziemlich gut gewählt. Ihre Synthesizer- und Falsettgesangsmelodien sind so herzerweichend cheesy, dass man sich dazu am liebsten in die Abschluss-Kuss-Szene eines 80er-Jahre-Highschool-Movies beamen würde.
Konzerte haben sie bisher nur wenige gespielt – man will ja schließlich nichts überstürzen, vor allem wenn man so perfektionistisch ist wie Lukas, Jakob, Mido und Jan.
Ein solides Netzwerk gehört zum Erfolg
"Secret Pleasure" haben Panda People ihre erste EP genannt, die beim umtriebigen Kulmbacher Kleinlabel "Auf die Plätze" erschienen ist. Darauf findet sich mit "Flashback" eine euphorisch-melancholische Tanzboden-Hymne, die sich vor den Songs der Genregrößen wie Empire Of The Sun oder Tahiti 80 nicht verstecken muss, und mit "Young Hearts" eine Ballade, die einem den Glauben an die große Liebe zurückgeben kann – zumindest für dreieinhalb Minuten! Aufgenommen werden diese großen Songs in Jakobs winzigem WG-Zimmer und geprobt in einem Gebäude, in dem ansonsten Coverbands und eine Rockerbande zuhause sind.
Und im echten Leben sind sie grundsolide
Im echten Leben streben die vier grundsolide Berufe an: Grundschullehrer, Zahnarzt, Informatiker... Ihr Traum als Musiker wäre es, mal eine kleine Europatournee zu spielen. Wenn es nach dem New Yorker Indie-Dance-Popper Darwin Deez ginge, den die Jungs kürzlich getroffen haben, könnte es für Panda People noch weiter nach oben gehen. Er prophezeit ihnen schon einen Vertrag bei einem amerikanischen Label und eine Tour mit Passion Pit. Zu wünschen wäre es ihnen.





