Richtig handeln in Menschenmassen : Dos and Don'ts im Pulk
Schreien, schlagen, strampeln - in einer Massenpanik ist das alles sinnlos. Einzige Chance, rasende Menschenmengen zu bändigen: sie gar nicht so weit kommen lassen. Dafür gibt es wirksame Regeln, die alle beachten könnten.
Hinstellen statt hinsetzen
Ein kleiner Impuls kann genügen, um unkontrollierte Wellenbewegungen in der Menge hervorzurufen: ein Silvesterkracher, offenes Feuer oder ein Hindernis in der Menge - zum Beispiel jemand, der vor der Bühne herumsitzt. Das muss noch keine Panik auslösen, kann die Menge aber nervös machen.
In der Schlange nicht drängeln und schieben
Wer von hinten in die Schlange drückt, baut Druck nach vorne auf. Und die, die ganz vorne eingeklemmt sind, müssen ihn aushalten. 20 der Opfer der Katastrophe von Duisburg sind an Quetschungen des Brustkorbs gestorben, weil der Druck der Menge zu groß wurde und kein Platz zum Ausweichen war. "Englisches Anstehen", also geduldiges Warten, ist demnach nicht nur höflich, sondern auch überlebensnotwendig.
Notausgänge einprägen
Bei einer Massenpanik orientieren wir uns tendenziell an den Menschen vor und neben uns. Wir laufen ihnen einfach hinterher und überlegen dabei nicht, ob die Richtung eigentlich stimmt. Deshalb kommt es immer wieder vor, dass bei panischen Evakuierungen Notausgänge ungenutzt bleiben. Einfach deshalb, weil sie keiner bemerkt. Wenn man noch einen Überblick über weitere Notausgänge hat, kann man eine andere Richtung einschlagen.
Ruhe bewahren, andere beruhigen
Wellenbewegungen innerhalb der Menschenmasse können Einzelne nervös machen, weil sie Angst bekommen und so schnell wie möglich raus wollen. Sie fangen an, um sich zu schlagen und zu drücken. Dadurch machen sie alles nur viel schlimmer, weil sie in alle Richtungen Turbulenzen verursachen. Laut Panikforschung können so Massenpaniken ausgelöst werden. Wer einfach ruhig bleibt, wirkt deeskalierend.
Äußere Einflüsse bedenken
Hitze, Regen, Rauch - alles äußere Faktoren, die die Stimmung in der Menge beeinflussen können. Wenn plötzlich ein Gewitter aufzieht und alle gleichzeitig und schnellstmöglich unters Dach wollen, kann Panik enstehen. Wer sich auf äußere Faktoren einstellt und entsprechend gerüstet ist, wird nicht so leicht überrascht und bleibt im Extremfall ruhiger.
