Vorgestellt // Kitty, Daisy & Lewis Sie swingen den Blues

Von Fumiko Lipp

Wenn Familie Durham auf der Bühne steht, fühlt man sich wie nach einer Reise in der Zeitmaschine: Elvis-Tolle, Marlenehosen, Pünktchenkleider, knarzender Schallplattensound und Blues - authentisch wie in den goldenen Fünfzigern.

Das Londoner Trio Kitty, Daisy & Lewis

Die drei Geschwister Kitty, Daisy und Lewis Durham atmen den Sound der Vergangenheit: R'n'B, Roots, Country, Swing und Rock'n'Roll. Die Durhams sind mit Instrumenten aufgewachsen, die Krach machen. Da werden Ukulele, Banjo und Akkordeon ausgegraben, und schon erklingt Musik à la Johnny Cash, Louis Armstrong, Ray Charles, Elvis Presley oder Little Richard. Dankesbriefe können an die Eltern adressiert werden: Vater Graeme ist Gitarrist und Betreiber eines Tonstudios, Mutter Ingrid war lange Schlagzeugerin in einer Band. Und mittlerweile sind beide Bandmitglieder und bedienen Kontrabass und akustische Gitarre.

Im Jahr 2000 standen die drei Geschwister zum ersten Mal, eher zufällig, auf der Bühne im Club "Come Down and Meet the Folks", zu Hause in Kentish Town, im Norden Londons. Zu diesem Zeitpunkt war Lewis gerade mal neun, Kitty sieben und ihre ältere Schwester Daisy zwölf Jahre alt. Der Auftritt war so erfolgreich, dass sie freiwillig Kindheit gegen den Blues getauscht haben. Fortan stand auf dem Programm Bandprobe statt Eisessen.

Das Londoner Trio Kitty, Daisy & Lewis

Elvis-Tolle und Scooter: Kitty, Daisy & Lewis passen ihren Look der Zeit an, aus der ihre Musik stammt.

Irgendwann ging er dann los, der Hype um die Retrokinder: 2006 veröffentlichten sie die erste Single "Mean Son Of A Gun", 2008 erschien ihr gleichnamiges Debütalbum. Dann standen Konzertbesucher Schlange für Gigs, bei denen die Drei zusammen mit Mika, Mark Ronson oder Razorlight auf der Bühne standen. Es folgte eine Tour mit Coldplay. Kitty Daisy & Lewis spielten auf großen Festivals wie dem Primavera in Barcelona 2009. Außerdem wurde das Trio bereits zwei Mal zum renommierten Musikfestival South by Southwest im texanischen Austin eingeladen.

Ihren Retrosound untermalen sie optisch mit Elvis-Tolle, Marlenehosen und Pünktchenkleidern. Auf der Bühne tauschen sie in schnellem Wechsel ihre Instrumente, während die Musik ordentlich knarzt und an alte Schellackplatten erinnert. Auch das Mikrofon macht die Runde, von Kitty zu Daisy, von Daisy zu Lewis. Obwohl die drei erst 17, 19 und 22 Jahre alt sind, touren sie schon durch die ganze Welt.