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Experimentelle Archäologie Studenten im Lendenschurz

Einen Monat lang haben 20 Regensburger Studenten gelebt wie römische Gladiatoren. Sie wollten mehr herausfinden über das Leben der antiken Kämpfer – inklusive täglichem Kampftraining, Körner-Diät und Stroh statt Matratze. on3-Reporter Christoph Gurk hat die Studenten einen Tag lang mit der Kamera verfolgt.

Jeder Tag beginnt mit Training. Um sechs Uhr morgens scheucht der Weckruf die Studenten aus dem Stroh. Es folgt: eine Stunde Training, Frühstück und danach wieder Kraft- und Konditionsübungen. Maschinen und Geräte sind tabu, die Regensburger Gladiatoren benutzen nur Dinge, die es in der Antike auch schon gab, wie zum Beispiel 15 Kilo schwere Baumstämme zum Gewichte stemmen.

Alles ist echt, vom Lendenschurz bis zum Schild und sogar dem antiken Amphitheater bei Wien, in dem die Studenten den gesamten August lebten. Bei der experimentellen Archäologie muss alles so originalgetreu wie möglich sein. So soll erforscht werden, wie zum Beispiel Trainingsmethoden und Ernährung auf die Körper der Gladiatoren gewirkt haben.

Die Antike rockt. Die Regensburger-Gladiatoren studieren Alte Geschichte, Latein, Lehramt, Sportwissenschaften oder Maschinenbau.

Mit Stöcken und Schild üben die Gladiatoren Paraden und Angriffe. Schon seit März trainieren sie fünf Mal pro Woche.

Beim Training geht es auch darum, seine Kraft zu kontrollieren. Trotzdem: Schläge auf die Finger oder blaue Flecken sind normal, sagen Sebastian und sein Kollege mit dem Kampfnamen "Astinus".

Wenn der Magen knurrt, gibt es Mittagessen, Uhren haben die Studenten und ihre Dozenten keine. Der Ernährungsplan stammt aus den Aufzeichnungen eines antiken Arztes: Körner, Linsen, Bohnen, aber kein Fleisch. Etwas eintönig, aber ganz okay, sagen die Studenten.

Montur anlegen für die Trainings-Kämpfe am Nachmittag.

Vor 2000 Jahren sahen Gladiatoren auch nicht anders aus. Die Helme der Regensburger Studenten wurden extra geschmiedet – in Indien. Wie die antiken Originale wiegen sie bis zu fünf Kilo. Luft bekommt man darunter nur schwer.

Die Schwerter sind zwar aus Holz, die Anstrengung kostet doch Schweißtropfen: "Das ist ein echter Kampfsport" sagen die Studenten. Trotz der Anstrengung hat es allen so gut gefallen, dass sie richtig traurig waren, als es wieder nach Hause ging. Eine Sache haben sie allerdings sehr vermisst: ihr Bett. In der nächsten Zeit werden die Studenten ihre Erfahrungen für die Uni Regensburg aufschreiben. Anschließend geht es an die Auswertung. Und noch etwas haben sie sich ganz fest vorgenommen: einen eigenen Gladiatoren-Verein in Regensburg zu gründen.


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