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06.09.2010 Permalink Weiterempfehlen

Atomstrom vs. Ökostrom Drei Euro fürs gute Gewissen

Atomkraftwerke im Aufwind: Die Bundesregierung hat beschlossen, dass die Laufzeiten für AKW verlängert werden sollen. Kein Grund zur Aufregung: Wer seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten will, steigt einfach auf Ökostrom um.

Steckdosen und Stecker auf grünem Hintergrund

Die grauen Kühltürme mit ihren riesigen Wasserdampfschwaden bleiben auch der nächsten Generation erhalten: In Deutschland dürfen Atomkraftwerke durchschnittlich zwölf Jahre länger laufen als geplant, das hat die Bundesregierung am Sonntag beschlossen. Winkt der Bundesrat die Gesetzesänderung durch, wird der letzte Atomreaktor etwa bis 2035 oder gar 2040 radioaktives Brennmaterial produzieren. Solange gilt noch der unter der rot-grünen Koalition 1998 beschlossene Atomausstieg einer Laufzeit von 32 Jahren. Danach wäre der letzte der 17 Atommeiler in Deutschland spätestens 2025 vom Netz gegangen.

EON, ENBW, RWE und Vattenfall – diese vier Großkonzerne sind es, die den größten Teil des Stroms in Deutschland produzieren. Das Angebot der Großkonzerne besteht aus einem Energiemix - zusammengesetzt aus regenerativen und fossilen Ressourcen. Zu letzterem zählt die Atomkraft.

Ökostrom nur ein bisschen teurer

KKW Gundremmingen

Das Atomkraftwerk Gundremmingen - eines von drei AKW in Bayern

Doch wer statt Kohle-, Gas- oder Atomstrom zu Hause Energie aus 100 Prozent umweltfreundlichen und erneuerbaren Energien verbrauchen möchte, kann leicht zu Ökostrom-Anbietern wechseln. Die müssen nicht unbedingt viel teurer sein, als die Energieriesen oder auch die Stadtwerke. Für einen Jahresverbrauch von 1000 Kilowattstunden zahlt der Endverbraucher, beispielsweise bei den Stadtwerken München, rund 25 Euro. Bei Ökostrom-Anbietern wie Lichtblick, EWS-Schönau oder der Naturstrom AG sind monatlich etwa nur rund ein bis drei Euro mehr fällig. Macht einen Döner Mehrausgaben im Monat. Macht satt - und ist umweltverträglich.

Marktmacht der Energieriesen brechen

Hiltrud Meier-Staude ist Geschäftsführerin der Münchner Beraterfirma "Projekt 21 Plus". Sie berät Stromkunden, die ins Ökofach wechseln wollen. Um die "Vormachtstellung der großen Vier" zu brechen, sei ein Umstieg ratsam, so Meier-Staude. Für sie steht hinter der Entscheidung für oder gegen einen Stromanbieter auch immer die Frage: "Wem gebe ich mein Geld als Verbraucher und was macht der Konzern damit?" Wer Ökostrom-Anbieter unterstütze, so Meier-Staude, finanziere gleichzeitig auch die Ökostrom-Lobby - ein doppelter Gewinn, sagt die Beraterin.

Wer umweltfreundlich Strom verbrauchen will, für den sind ein, zwei oder drei Euro monatlich eine gute Investition. Gutes Gewissen kostet. Das ist bei Biokosmetika, Bioklamotten oder Biofleisch nicht anders.

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