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Vorgestellt // Crystal Fighters Mehr Mythos in den Pop

Beim on3-Festival 2010 galten die Crystal Fighters noch als Exoten, mittlerweile sind die Londoner aus dem interntionalen Popzirkus schon nicht mehr wegzudenken. Ihr Sound gibt Rätsel auf: Tribalpop von Basken, die in London leben? Ethnopop auf der Grundlage von uralten Opern-Stücken?

Die Wahrheit

Eines vorne weg: Die Biographie der Crystal Fighters ist eine Montage aus Halbwahrheiten und Legenden. Hier mal eine Annäherung:

Auf ihren Seiten im Netz verortet sich die Band in "Navarro, Spanien" und führt Journalisten und Fans in die Irre. Die fünf Mädels und Jungs haben ihre eigene Legende verfasst und im Netz gestreut. Sängerin Laure, wohl das einzige aber live nicht aktive Bandmitglied mit baskischen Wurzeln, soll im Nachlass ihres Großvaters die Fragmente einer Jahrhunderte alten Oper gefunden haben. Wenn man jetzt den Namen dieser Oper ins Englische übersetzt, kommt angeblich der Bandname dabei raus: Crystal Fighters. Gleichzeitig ist diese Oper auch die zentrale Inspirationsquelle der Band. Sprich: Fünf junge, kreative Menschen leiern sich eine mystische Geschichte aus den Pop-Rippen und treffen damit genau ins Schwarze.

All diese Geschichten sollte man aber nicht zu ernst nehmen. Trotzdem: Es gibt durchaus ein paar verbriefte Wahrheiten: Crystal Fighters kommen größtenteils aus dem Londoner East End. Einer ihrer ersten Tracks ist auf einem Sampler des stilsicheren französischen Labels Kitsuné zu hören. Ihr Song "Xtatic Truth", eine Reflexion über die Einsamkeit des Einzelnen auf der Tanzfläche, wird gerade fleißig geremixt. Mitte Oktober 2010 erscheint ihr Debütalbum, "Star of Love".

Soundgewand zwischen Dancepunk und Elektrobratz

Für ihren Sound verwenden sie traditionelle baskische Instrumente wie die Txalapartas, das sind einfache Holzblöcke, die zu Zweit in einer Art "Call And Response-Prinzip" beklöppelt werden. Der dumpfe und leicht mantrische Sound der Txalapartas fügt sich in ein Soundgewand aus Snythies und Bässen, das zwischen Dancepunk und Elektrobratz mäandert. Ihr Gesang soll wohl mit Hilfe eines gefuckten Akzents ihre spanisch/baskische Pseudoherkunft unterstreichen. Ganz ehrlich: Das Konzept ist in jedem Fall durchdacht und wir kaufen es ihnen ab.

Interview // Crystal Fighters - "Trau' bloß keinem Hype" | Bild: Matthias Kestel

Eine der angesagtesten Bands der Stunde im Interview: Crystal Fighters über ihren Gründungsmythos, Global Pop und die Euphorie über ihre Musik. Sie bleiben cool, auch wenn die Musikpresse sich gerade vor Lob überschlägt.

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Icon_small_video "Trau' bloß keinem Hype" Interview // Crystal Fighters Ohne Javascript kannst du dieses Element nicht abspielen!

Ihre Live-Auftritte gleichen wahren Erleuchtungsmomenten und ekstatischen Sound-Orgien, bei denen sich ihr Tribalpop samt Txalapartas und Synthiegewittern zusammen mit ihren gebetsmühlenartig vorgetragenen Texten zu einer brillanten Performance verdichten. Die Devise : Mehr Mythos in den Pop!

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