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01.02.2012 Permalink Weiterempfehlen

Vorwahlkampf der Republikaner Mitt Romneys peinlichste Momente

Von Till Ottlitz

Nach dem Sieg in Florida wird es schwer, Mitt Romney noch die Präsidentschafts-Kandidatur der Republikaner zu nehmen. Einer kann sich freuen: Obama. Denn Romney hat sich im Vorwahlkampf einge Patzer geleistet. Hier die Top 3.

Mitt Romney

Wer wird der Herausforderer von Barak Obama im US-Wahlkampf? Seit einiger Zeit beschäftigt diese Frage die Menschen weltweit. Michelle Bachmann, Hermann Cain, Rick Perry - nacheinander schoss sich ein Kandidat nach dem anderen mit alten Skandalen, dummen Bemerkungen oder kompletten Aussetzern ins Abseits. Zwei kristallisierten sich am Ende heraus: Newt Gingrich und Mitt Romney. Nach der Vorwahl in Florida scheint Romney klar in Führung zu sein - obwohl sich auch er einige, heftige Patzer geleistet hat. Obama wird's freuen.

Platz 3: Die 10.000-Dollar-Wette

Mitt Romney

Bei einer Debatte in Iowa, die live im Fernsehen übertragen wird, fordert Mitt Romney seinen Mitbewerber um die Präsidentschaftskandidatur Rick Perry zu einer Wette um 10.000 Dollar auf. Es ging um Romneys Gesundheitsreform in Massachusetts: Perry hatte Romney vorgeworfen, er habe früher eine Pflichtversicherung für alle Amerikaner einführen wollen. Romney sagte, das sei nicht wahr. "Wollen wir wetten? Zehntausend Dollar? Ich wette zehntausend Dollar!", sagte Romney. "Ich bin nicht im Wettgeschäft", antwortet Perry kühl. Wer bitte wettet einfach so um 10.000 Dollar?

Platz 2: Romney feuert gerne Menschen

Den Videoclip hat sich die Obama-Kampagne schon golden eingerahmt und sogar seine republikanischen Gegner machten daraus einen Klingelton fürs Handy. Einen Tag vor der Vorwahl in New Hampshire Anfang Januar sagt Mitt Romney jenen Satz, der ihm noch Leid tun wird: "Ich mag es, wenn ich Menschen feuern kann".

Mitt Romney

Völlig egal, dass es mal wieder um die Gesundheitsreform ging und Romney nur betonen wollte, dass er es wichtig findet, dass man als normaler Kunde eine Versicherung jederzeit kündigen kann. So einen Satz sagt man als Politiker nicht ungestraft. Besonders wenn man Mitt Romney heißt und einen Großteil seines Vermögens als Chef des Investment-Firma Bain Capital gemacht hat. Die kaufte andere Firmen auf, "sanierte" diese und verkaufte sie mit hohem Gewinn weiter. "Sanieren" hieß in den meisten Fällen Massenentlassungen. Kein Wunder, dass Romney gerne Menschen feuert – er ist damit reich geworden.

Platz 1: Romney zahlt unverschämt wenig Steuern

Er hatte sich lange dagegen gewehrt, seine Steuern offenzulegen. Und dann wartete er bis zum dem Tag, an dem Barack Obama seine Rede zur Lage der Nation hielt. Offenbar hoffte Mitt Romney, die Zahlen irgendwie an der öffentlichen Aufmerksamkeit vorbei zu mogeln. Keine Chance.

Mitt Romney

13,9 Prozent Steuern haben er und seine Frau 2010 gezahlt. Sehr viel weniger als normale Lohnarbeiter. Die werden in den USA mit 35 Prozent besteuert. Romneys Einnahmen dagegen stammen fast nur aus Zinserträgen seiner Geldanlagen – und die werden in den USA eben nur mit 15 Prozent besteuert. Eine Bevorteilung von Reichen, die sogar Multimilliardär Warren Buffet öffentlich beklagt: Er finde es ungerecht, dass seine Sekretärin einen höheren Steuersatz zahlen müsse als er. Mitt Romney hält dagegen, er wolle sich nicht für seinen Erfolg entschuldigen müssen. Sein geschätztes Gesamtvermögen liegt übrigens bei 190 bis 250 Millionen Dollar – das macht ihn zum reichsten Amerikaner, der sich je um die Präsidentschaft beworben hat. Normalerweise haben US-Wähler kein Problem damit, aber in der aktuellen Krise wird Romney so zum Symbol der "one percent", die die Occupy Bewegung so lautstark anklagt.


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